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© Pexels.com/ron lach

Pro­du­zie­ren­de Indus­trie setzt auf KI

42 Pro­zent der deut­schen Unter­neh­men setz­ten KI in der Pro­duk­ti­on ein. 80 Pro­zent bewer­ten Indus­trie 4.0 als Chan­ce. IoT, Digi­ta­le Zwil­lin­ge und Daten­räu­me füh­ren bei Anwen­dun­gen, so neue Bitkom-Studie.

Die füh­ren­den Natio­nen beim Ein­satz von digi­ta­len Indus­trie­lö­sun­gen sind Chi­na, die USA und Deutsch­land. Ob zur Über­wa­chung von Maschi­nen, als intel­li­gen­te Steue­rung von Robo­tern und Fahr­zeu­gen oder zur Opti­mie­rung des Ener­gie­ver­brauchs : In Deutsch­land set­zen bereits 42 Pro­zent der Indus­trie­un­ter­neh­men KI in der Pro­duk­ti­on ein, ein wei­te­res Drit­tel hat ent­spre­chen­de Pla­nun­gen. Acht von zehn Unter­neh­men sehen den Ein­satz von KI als ent­schei­dend für die Wett­be­werbs­fä­hig­keit der deut­schen Indus­trie. Knapp die Hälf­te sieht die Gefahr, dass die deut­sche Indus­trie die KI-Revo­lu­ti­on verschläft. 

Inves­ti­ti­on in Künst­li­che Intel­li­genz zen­tra­ler stra­te­gi­scher Bestandteil
Das sind Ergeb­nis­se einer reprä­sen­ta­ti­ven Befra­gung im Auf­trag des Digi­tal­ver­bands Bit­kom, die anläss­lich der aktu­el­len Indus­trie­mes­se in Han­no­ver unter 552 Indus­trie­un­ter­neh­men des ver­ar­bei­ten­den Gewer­bes durch­ge­führt wur­de. Die über­wie­gen­de Mehr­heit der Unter­neh­men plä­diert dafür, dass die KI-Anstren­gun­gen in der Indus­trie inten­si­viert wer­den soll­ten : Mehr als drei Vier­tel der Unter­neh­men for­dern, dass die deut­sche Indus­trie beim KI-Ein­satz eine Vor­rei­ter­rol­le ein­neh­men soll­te. Umge­kehrt glaubt ein knap­pes Fünf­tel, dass KI in der Indus­trie nur ein vor­über­ge­hen­der Hype ist. 

„Ange­sichts geo­po­li­ti­scher Span­nun­gen, Han­dels­kon­flik­te und der kon­junk­tu­rel­len Kri­se in Deutsch­land müs­sen wir unse­re Wett­be­werbs­fä­hig­keit ver­bes­sern und die tech­no­lo­gi­sche Unab­hän­gig­keit stär­ken. Das gelingt nur mit Digi­ta­li­sie­rung“, sagt Chris­ti­na Raab, Vize­prä­si­den­tin beim Ver­band Bit­kom. „Eine Inves­ti­ti­on in eine Schlüs­sel­tech­no­lo­gie wie künst­li­che Intel­li­genz ist daher nicht nur Kos­ten­fak­tor, son­dern wesent­li­cher Bestand­teil einer zukunfts­fä­hi­gen Strategie.“

Ana­ly­tik, Robo­tik und Ener­gie­ma­nage­ment als Anwendungsgebiete
Am häu­figs­ten kommt künst­li­che Intel­li­genz aktu­ell in der Ana­ly­tik zum Ein­satz, etwa um die Funk­ti­ons­fä­hig­keit von Maschi­nen zu über­wa­chen – 32 Pro­zent der Unter­neh­men nut­zen dafür KI, wei­te­re 42 Pro­zent pla­nen oder dis­ku­tie­ren dies. Jedes fünf­te Unter­neh­men setzt KI in der Robo­tik ein, in der ent­spre­chen­den Pla­nung oder Dis­kus­si­on sind 46 Pro­zent. Beim Ener­gie­ma­nage­ment gibt es künf­tig das größ­te Poten­zi­al : Zwar sind KI-Anwen­dun­gen hier erst bei sie­ben Pro­zent der Unter­neh­men im Ein­satz, rund zwei Drit­tel pla­nen einen Einsatz.

Bei den Hin­der­nis­sen berich­ten 42 Pro­zent von feh­len­der Exper­ti­se zur Ein­bin­dung von KI in bestehen­de Pro­zes­se. Und die Hälf­te war­tet erst ein­mal ab, wel­che Erfah­run­gen ande­re beim Ein­satz von KI machen. „Künst­li­che Intel­li­genz wird in der Indus­trie zur Basis­tech­no­lo­gie. Die Unter­neh­men soll­ten daher KI-Kom­pe­ten­zen in die Aus- und Wei­ter­bil­dung aller Mit­ar­bei­te­rin­nen und Mit­ar­bei­ter inte­grie­ren“, betont Raab vom Bitkom-Verband.

Indus­trie 4.0 als Wettbewerbsfaktor
Ins­ge­samt sieht fast die Hälf­te der deut­schen Unter­neh­men die eige­ne Exis­tenz durch die der­zei­ti­ge wirt­schaft­li­che Lage bedroht, dar­un­ter lei­det auch die Digi­ta­li­sie­rung. Vier von zehn Unter­neh­men erwar­ten, dass ihre eige­ne Digi­ta­li­sie­rung durch die wirt­schaft­li­che Situa­ti­on gebremst wird. Geo­po­li­ti­sche Ent­wick­lun­gen machen vor der deut­schen Indus­trie eben­falls nicht halt : Knapp sie­ben von zehn Unter­neh­men sind der Über­zeu­gung, dass die Prä­si­dent­schaft Donald Trumps der deut­schen Indus­trie scha­den wird. 

Ein mög­li­cher Grund dafür sind neue und stei­gen­de Zöl­le – wor­auf 43 Pro­zent der Indus­trie­un­ter­neh­men sogar mit einer Ver­la­ge­rung der Pro­duk­ti­on reagie­ren wür­den. „Geo­po­li­ti­sche Unsi­cher­hei­ten, stei­gen­de Zöl­le oder die Abhän­gig­keit von Tech­no­lo­gien aus dem Aus­land kön­nen die deut­sche Indus­trie mas­siv belas­ten. Eine geziel­te Inves­ti­ti­on in Schlüs­sel­tech­no­lo­gien wie KI oder Daten­räu­me sichert nicht nur die Wett­be­werbs­fä­hig­keit, sie stärkt auch die Resi­li­enz und tech­no­lo­gi­sche Sou­ve­rä­ni­tät der deut­schen Indus­trie“, unter­streicht Chris­ti­na Raab, Vize­prä­si­den­tin beim Ver­band Bitkom. 

red/czaak
08.04.2025

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