
Gezielte und nachhaltige Investments
Österreichs wohlhabende Familien legen Geld fokussiert an und erreichen 2024 Rekordniveau bei Deals mit sozialem und ökologischem Nutzen. In Summe Investments über fünf Mrd. Euro mit Schwerpunkten Start-Ups und Immobilien, so aktuelle PwC-Studie.
Die wohlhabendsten Familien in Österreich investieren ihr Kapital zunehmend gezielter : Statt vieler kleiner Beteiligungen fließt es vermehrt in wenige, exakt ausgewählte Großinvestments, und das immer häufiger mit einem gesellschaftlich sozialen oder ökologischem Anspruch. Das zeigt die aktuelle Studie „Global Family Office Deals“ von PwC.
Gute Nachrichten für die österreichische Wirtschaft
Die Analyse basiert auf Daten von mehr als 11.000 Family Offices weltweit und gibt Einblicke in deren veränderte Investitionsstrategie. Obwohl weniger Transaktionen erfolgten, stieg 2024 der Gesamtwert der Investitionen in Österreich von 3,5 Milliarden (2023) auf 5,3 Milliarden US-Dollar deutlich. In Österreich wurden Angaben zufolge über 100 Family Offices untersucht. Erfasst wurden Transaktionen in den Bereichen Direktinvestments in Start-Ups oder M&A (Mergers & Acquisitions) sowie Immobilien, Fonds und die gesellschaftlich relevanten Impact-Initiativen.
„Immer mehr Family Offices achten bei ihren Investments auf Werte und denken langfristig. Der Trend geht klar in Richtung gezielter Großinvestments. Das stärkt nicht nur den Wirtschaftsstandort Österreich, sondern auch Europa insgesamt. In einem immer komplexeren Marktumfeld sind das gute Nachrichten für die österreichische Wirtschaft“, so Rudolf Krickl, CEO von PwC Österreich.
Doppelt so viele Investments in Start-Ups
Family Offices setzen weltweit zunehmend auf direkte Unternehmensbeteiligungen, anstatt auf klassische Anlageformen wie Immobilien oder Fonds. Global fließt noch rund ein Drittel des Kapitals in Immobilien. Über die Hälfte wird bereits in Start-Ups investiert und dieser Trend gilt auch in Österreich.
Der Anteil der Start-Up-Investments hat sich seit 2015 nahezu verdoppelt und liegt aktuell bei 36 Prozent. Mit knapp 60 Prozent an investierten Mitteln bleibt das sogenannte Betongold, vulgo Immobilien, dennoch klar vorne. Diese traditionelle Anlage ist fast doppelt so hoch wie im internationalen Vergleich.
Nachhaltige Kapitalanlagen auf Rekordhoch
Besonders stark gestiegen in Österreich ist der Anteil von sogenannten Impact Investments, also Anlagen mit sozialer oder ökologischer Wirkung. 2024 machten sie erstmals 58 Prozent des gesamten investierten Vermögens aus – ein Rekordwert. Besonders stark engagieren sich heimische Family Offices im Gesundheitsbereich, gefolgt von Bildungs- und Energieprojekten. Auch Regionalität bleibt dabei zentral : 96 Prozent der Investments erfolgten in Europa.
„Family Offices können als Trendsetter am Kapitalmarkt gesehen werden. Sie denken langfristig, handeln unabhängig und setzen auf Wirkung, die über Generationen hinausreicht. Auch bringt die NextGen frischen Schwung und investiert in Verantwortung, Zukunft und Wandel“, unterstreicht Krickl von PwC Österreich.