Kostenreduktion und Effizienz und Verfügbarkeit bei IT

Ingram Micro Österreich und StorMagic starten Partnerschaft mit Fokus auf Datenmanagement und Virtualisierung. Adressiert sind KMU und primär Softwarelösungen für Edge-Computing und Software Defined Storage.
Der IT-Dienstleister Stormagic bietet primär Komplettlösungen für hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI), die speziell für den Einsatz in ressourcenoptimierten IT-Umgebungen entwickelt wurden. Durch die neue Partnerschaft mit Ingram Micro, einem führenden Distributor von IT und Telekommunikation, sollen Kunden nun von einem starken Vertriebsnetzwerk profitieren und von umfassender technischer Unterstützung sowie von Schulungen und Integrationsservices.
Die neue Allianz bringt innovative Speicher- und HCI-Lösungen in den österreichischen Markt – insbesondere für sogenannte Edge-Standorte und kleine bis mittelständische Unternehmen (KMU). Hyperkonvergente Lösungen können beispielsweise genutzt werden, um Server, Speicher und Netzwerkfunktionen in einem einzigen, leicht zu verwaltenden System zu vereinen. KMU sollen so ihre IT-Infrastruktur effizienter betreiben können, Kosten senken und gleichzeitig Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit erhöhen – auch ohne großes IT-Team.
Konkreter Mehrwert und Zugang zu zukunftsweisenden Lösungen
„Mit StorMagic erweitern wir unser Lösungsportfolio um einen Hersteller, der unseren Partnern neue Umsatzpotenziale im wachstumsstarken Edge- und KMU-Markt eröffnet. Die Kombination aus einfacher Skalierbarkeit, hoher Verfügbarkeit und minimalem Ressourcenbedarf macht StorMagic zur idealen Lösung für Kunden, die moderne IT-Infrastruktur mit maximaler Effizienz suchen“, sagt Thomas Hofbauer, Division Head Value bei Ingram Micro Österreich.„Die neue Zusammenarbeit mit Ingram Micro vergrößert die Reichweite unserer innovativen Lösungen in Österreich. Mit unseren Lösungen SvSAN und SvHCI bieten wir Kunden ab sofort gemeinsam eine echte Alternative zu den ausufernden Kosten anderer Plattformen, die zudem „Made in Europe” ist“, ergänzt Tobias Pföhler, Regional Sales Director CEEMEA bei StorMagic. „Für den IT-Channel und unsere Kunden bedeutet das konkreten Mehrwert, höhere Effizienz und Zugang zu zukunftsweisenden, kosteneffizienten Lösungen, die perfekt für den
Mittelstand geeignet sind“, betont Pföhler.Ingram Micro
Ingram Micro ist ein führendes Technologieunternehmen im globalen Ökosystem der Informationstechnologie, das Angaben zufolge fast 90 Prozent der globalen Bevölkerung erreicht. Der IT-Dienstleister stellt herstellerunabhängig Produkte und Services von Technologieherstellern und Cloud-Anbietern mit einer stark diversifizierten Basis an B2B-Technologieexperten bereit und besetzt damit eine wichtige Rolle im weltweiten IT-Channelvertrieb.Mit der KI-gestützten Digital-Plattform Ingram Micro Xvantage™ wird ein umfassendes Komplett-Angebot bereitgestellt, das sowohl Hardware als auch Cloud-Abonnements, personalisierte Empfehlungen, sofortige Preisauskunft, Auftragsverfolgung und Rechnungsautomatisierung umfasst. Dazu kommen Technologiedienstleistungen, wie Finanzierung, spezialisiertes Marketing, Lifecycle-Management sowie technischen Pre-Sales und professionelle After-Sales-Unterstützung.
Mehr KI-Anwendungen für die Industrie

Siemens und NVIDIA erweitern Partnerschaft, um KI-Anwendungen schneller in Industrie zu etablieren. Neue KI-Infrastruktur mit schnellerem Computing soll primär industrielle Fertigung unterstützen.
Siemens und der US-Techkonzern NVIDIA haben aktuell die Erweiterung ihrer Partnerschaft bekannt gegeben. Ziel ist es, schneller den nächsten Entwicklungsschritt bei industrieller KI und Digitalisierung zu erreichen und die Fabrik der Zukunft Realität werden zu lassen.
Die Kombination von Siemens- und NVIDIA-Technologien soll es Industrieunternehmen ermöglichen, umfassende, KI-gestützte Technologien für die Fabrikautomatisierung der nächsten Generation zu nutzen – und zwar von der Produktentwicklung bis hin zur Serienfertigung. Unternehmen können dabei auf Grundlage datenbasierter Erkenntnisse fundiertere Entscheidungen in Echtzeit treffen, auch operativ die Effizienz steigern und final Zusammenarbeit und Qualität verbessern.
Grundlegende Veränderung der Fertigung
„Fertigungsbetriebe stehen unter zunehmendem Druck, effizienter zu werden, die Qualität zu verbessern und sich schnell an veränderte Marktanforderungen anzupassen“, sagt Jensen Huang, CEO und Gründer von NVIDIA. „Unsere Partnerschaft mit Siemens bringt NVIDIA AI und beschleunigtes Computing zu den weltweit führenden Unternehmen und eröffnet neue Möglichkeiten für die nächste Welle der industriellen KI“, so Huang.„KI verändert die Fertigung sowie die Infrastruktur grundlegend. In den letzten drei Jahren haben wir eng zusammengearbeitet, um KI-Modelle und High-Performance-Computing mit Industriedaten und fachlichem Know-how zu vereinen“, sagte Roland Busch, Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG. „Gemeinsam ermöglichen Siemens und NVIDIA Unternehmen aus allen Branchen, das skalierbare Potenzial von KI in der realen physischen Welt voll auszuschöpfen“, betont Busch.
Partnerschaft zur Beschleunigung der digitalen Transformation der Industrie
Im Jahr 2022 gaben die beiden Unternehmen den Beginn ihrer Partnerschaft bekannt, mit dem Ziel, durch die Kombination von Technologien aus dem Siemens Xcelerator-Portfolio mit NVIDIA Omniverse™ das sogenannte industrielle Metaverse zu schaffen. Die Kombination der Software- und Automatisierungslösungen von Siemens mit der modernen KI und dem beschleunigten Computing von NVIDIA soll branchenübergreifend Unternehmen eine bessere Performance bringen sowie die Produktivität und Nachhaltigkeitsziele steigern. Die Partnerschaft wurde inzwischen in den Bereichen generative KI, industrielle KI und Robotik ausgeweitet.Siemens integriert dabei NVIDIA-Technologie in die Siemens Xcelerator-Plattform. Das angekündigte Teamcenter „Digital Reality Viewer“ soll Fortschritte in der Product Lifecycle Management (PLM)-basierten Visualisierung bringen. Die Echtzeit-Raytracing-Funktionen direkt im Teamcenter soll Unternehmen die nahtlose Visualisierung und Interaktion mit fotorealistischen, physik-basierten digitalen Zwillingen ihrer Produkte erlauben, was dann zu schnelleren und fundierteren Entscheidungen führt.
Eindrucksvolle Beispiele von Schiffsbauer HD Hyundai und BMW
„HD Hyundai, einer der größten Schiffbauer der Welt, könnte diese Funktion nutzen, um ein LNG-Schiff der nächsten Generation zu visualisieren – und dabei Millionen von Bauteilen in Echtzeit verwalten sowie die Dauer von Designiterationen mithilfe generativer KI von Tagen auf Stunden reduzieren“, veranschaulicht Siemens die Dimension der neuen Möglichkeiten. Ein weiteres Beispiel ist die BMW Group, wo es gelang, die Dauer für Aerodynamiksimulationen ganzer Fahrzeuggeometrien um den Faktor 30 zu verkürzen. Das beschleunigt die Simulation insgesamt und senkt gleichzeitig Energieverbrauch und Kosten.Mit einer neuen Reihe von Siemens-Industrie-PCs, die für NVIDIA-GPUs zertifiziert sind, wollen die beiden Partner leistungsstarkes, KI-gestütztes Industriecomputing ermöglichen und auch damit die Betriebsweise von Fabriken neu definieren. Die Maschinen können komplexe industrielle Automatisierungsaufgaben übernehmen – von KI-basierter Robotik bis hin zu Qualitätskontrolle und vorausschauender Wartung. „Final soll die KI-Ausführung in der Fertigung um das 25-fache beschleunigt werden“, so Siemens in einer Aussendung.
Nächster Innovationsschub in industrieller Fertigung und das Thema Security
Siemens arbeitet zudem mit NVIDIA zusammen, um Fertigungsbetrieben einen umfassenden Einblick in industrielle Systeme zu geben, Cybersecurity-Abläufe zu stärken und einen neuen Standard der Cybersicherheit für Betriebstechnologie (OT) bereitzustellen. Die erweiterte Partnerschaft zwischen Siemens und NVIDIA ist darauf ausgerichtet, den nächsten Innovationsschub in der industriellen Fertigung zu ermöglichen.„Dank der branchenübergreifend starken Rolle von Siemens in der industriellen Transformation und dem leistungsstarken beschleunigtem Computing von NVIDIA schaffen die beiden Unternehmen die Voraussetzungen für den schnellen und effizienten Einsatz von KI-Lösungen in der Fertigung“, unterstreichen Siemens und NVIDIA in einem gemeinsamen Statement.
Nächster US-Cloudanbieter reagiert bei Thema Datensouveränität

Nach US-Cloud-Anbieter Amazon Webservices bekräftigt nun auch Microsoft die kürzlich avisierte Schaffung von neuen national-europaspezifischen Cloud-Angeboten.
Die aktuellen Diskussionen und Unsicherheiten rund um die Themen Datenschutz und Datensouveränität bei den großen US-Cloudanbietern Amazon Web Services (AWS), Microsoft, Apple, Google, Salesforce & Co. gewinnen weiter an Dynamik und parallel versuchen die US-Techriesen gegenzusteuern.
Schutz der Daten von europäischen Cloud-Kunden
Nachdem letzte Woche Amazon Web Services (AWS) ein firmenrechtlich und auch personell völlig eigenständiges Tochter-Unternehmen für Europa ankündigte (economy berichtete), zieht nun auch der US-Konzern Microsoft nach und bekräftigt das an sich schon verlautbarte Aviso für ein neues Paket zum Schutz der Daten von europäischen Cloud-Kunden.Ähnlich dem AWS-Modell sollen die Daten ausschließlich in heimischen bzw. nationalen Rechenzentren gespeichert werden, die europäischem Recht unterliegen und von Mitarbeitenden betreut werden mit Wohnsitz in der EU. Diese sollen dann etwaig nötige Zugriffe aus den USA bzw. aus dem außereuropäischen Ausland genehmigen müssen bzw. das entsprechend überwachen.
„Microsoft verfolgt ein Modell digitaler Souveränität“ als Formulierung
„Microsoft verfolgt ein Modell digitaler Souveränität, das Menschen und Institutionen befähigt, unabhängig, sicher und selbstbestimmt zu agieren. Die aktuell angekündigten Erweiterungen ermöglichen es europäischen Organisationen, die Vorteile der Public Cloud zu nutzen – und gleichzeitig neue Optionen für souveräne Private-Cloud-Umgebungen mit Microsoft-Diensten zu erschließen“, so Microsoft in einer Aussendung.Mit dieser Ankündigung will Microsoft die Anwendungen „Sovereign Public Cloud“, „Sovereign Private Cloud“ und „National Partner Clouds“ zusammenbringen und das für alle Dienste wie „Microsoft Azure“, „Microsoft 365“, „Microsoft Security“ und „Microsoft Power Platform“.
Der Cloud-Act unter der Trump-Administration als Bedrohung
Zur Erinnerung noch der Hintergrund für die eiligen und ähnlichen Gegenbestrebungen der US-Cloudriesen : der sogenannte Cloud-Act verpflichtet US-Unternehmen, und damit eben insbesondere auch die US-Cloud-Companies, Behörden und Regierung den Zugriff auf Daten zu erlauben, auch wenn diese Daten außerhalb der USA liegen bzw. gespeichert werden.Im Kontext mit der schwierig einzuschätzenden Verlässlichkeit der Trump-Administration, machen sich nun immer mehr Länder und ihre öffentlichen Institutionen wie Ministerien, Kommunen und Gemeinden Sorgen ob der Sicherheit ihrer Daten und ob der Einhaltung geltender europäischer bzw. nationaler Datenschutz-Gesetze. Parallele juristische Auseinandersetzungen mit Meta bzw. Facebook zur gleichen Problematik haben hier noch zusätzliche „Strahlkraft“.
Wirtschaft und Verwaltung rufen nach rein nationalen Cloud-Angeboten

Nahezu jedes Unternehmen nutzt mittlerweile IT-Angebote aus der Cloud. Unsichere geofinanzpolitische Einflüsse und Zweifel an Datenregularien bei US-Anbietern forcieren nun in Wirtschaft Bedarf nach heimischen Cloud-Anbietern.
Laut einer aktuellen Erhebung des deutschen Bitkom-Verbandes verwenden mittlerweile nahezu alle Betriebe IT-Angebote über die Cloud oder planen das in Kürze zu tun. Aktuell nutzen 9 von 10 Unternehmen Cloud-Anwendungen, vor einem Jahr betrug der Anteil 81 Prozent. Für praktisch kein Unternehmen ist Cloud kein Thema, vor einem Jahr war das noch bei 5 Prozent der Fall.
In der Nutzung liegt die Private Cloud mit 74 Prozent deutlich vor Public-Cloud-Angeboten (59 Prozent). Viele setzen dabei auf mehr als eine Cloud. 29 Prozent nutzen eine Hybrid-Cloud, also sowohl private als auch öffentliche Cloud-Dienste. Und 41 Prozent setzen auf Multi-Cloud, beziehen also Cloud-Dienste von unterschiedlichen Anbietern.
Von 38 auf 58 Prozent und von 34 auf 63 Prozent
Insgesamt werden in der deutschen Wirtschaft rund die Hälfte (47 Prozent) aller IT-Anwendungen aus der Cloud betrieben, 2024 waren es noch 38 Prozent. In fünf Jahren soll der Anteil bereits bei 58 Prozent liegen. Zugleich nutzen heute noch 10 Prozent der Unternehmen weniger als 10 Prozent ihrer IT-Anwendungen aus der Cloud, in fünf Jahren wird das bei keinem Unternehmen mehr der Fall sein. Der Anteil der Unternehmen, die mehr als die Hälfte ihrer IT-Anwendungen aus der Cloud beziehen wird sich gleichzeitig von 34 Prozent auf 63 Prozent fast verdoppeln.„Die Unternehmen verlagern nicht alle IT-Anwendungen in die Cloud, aber künftig wird kein Unternehmen mehr ohne Cloud auskommen“, so Ralf Wintergerst, Bitkom-Präsident. Sechs von zehn Unternehmen fühlen sich allerdings auch gezwungen, Cloud-Dienste zu nutzen, weil die benötigte Software nur noch Cloud-basiert angeboten wird. Rund die Hälfte will im laufenden Jahr verglichen mit dem Vorjahr mehr investieren. Bei 44 Prozent sollen die Investitionen zunehmen. 39 Prozent rechnen mit unveränderten Investitionen. Bei acht Prozent sollen sie eher abnehmen.
KI-Nutzung aus der Cloud soll sich verdoppeln
Eine besondere Rolle kommt der Cloud auch beim Thema Künstliche Intelligenz zu. Aktuell nutzt jedes vierte Unternehmen KI-Dienste aus der Cloud – aber für fast doppelt so viele (51 Prozent) wird KI aus der Cloud in fünf Jahren interessant sein. „Wer leistungsstarke KI nutzen will, kommt an der Cloud kaum vorbei“, so Wintergerst. Ebenfalls stark zunehmen soll die Cloud-Nutzung von CRM, Webconferencing, Softwareentwicklung, Sicherheitssoftware sowie Datenbanken.Am häufigsten werden derzeit Lösungen für Personal, Buchhaltung und Finanzplanung sowie klassische Office-Software in der Cloud betrieben. Dahinter folgen E‑Mail und Speicherplatz für Dateien. 62 Prozent nutzen die Cloud als Zugang zu Rechenleistung für unterschiedliche Anwendungen. Verglichen mit der heutigen Nutzung rückläufig ist das Interesse an IoT-Diensten, Kollaboration sowie an ERP-Lösungen aus der Cloud.
Cloud treibt die Digitalisierung und schafft Zugang zu KI, IoT & Co
Grundsätzlich wird die Cloud meist genutzt, um interne Prozesse zu digitalisieren. Darum geht es 68 Prozent aller Unternehmen, die bereits Cloud-Dienste nutzen oder dies planen. Hier zeigt sich auch der stärkste Anstieg verglichen mit 2023, als der Anteil erst bei 45 Prozent lag. Ebenfalls deutlich zugelegt hat die Cloud als Zugang zu innovativen Technologien wie Internet of Things (IoT) oder Künstlicher Intelligenz – von 37 Prozent im Jahr 2023 auf nun 50 Prozent. „Cloud-Computing ist der Digitalisierungs-Treiber Nummer eins“, sagt Wintergerst.Weiterhin geht es bei der Cloud-Nutzung um die Erhöhung der IT-Sicherheit (60 Prozent), die Umstellung auf Plattformen und Software-as-a-Service (56 Prozent), die Reduzierung von Kosten (55 Prozent), die Kooperation mit Dritten (53 Prozent), die Reduzierung von CO2-Emissionen (50 Prozent) sowie die Entwicklung innovativer Produkte oder Dienste (43 Prozent). 36 Prozent nutzen die Cloud, um Engpässe bei der Anschaffung eigener Geräte zu vermeiden.
Mehrheit der Unternehmen rückt Cloud in den Mittelpunkt der IT-Strategie
Erstmals steht bei der Hälfte der Cloud-Nutzer die Cloud im Mittelpunkt ihrer IT-Strategie. So verfolgen 19 Prozent einen „Cloud-only“-Ansatz, bei dem Cloud Computing für ausnahmslos alle Anwendungen und Systeme genutzt wird und bestehende Lösungen in die Cloud überführt werden. Weitere 31 Prozent setzen auf „Cloud first“, verwenden also bevorzugt Cloud-Lösungen bei neuen Projekten und ziehen bestehende Anwendungen bei Bedarf in die Cloud um. 31 Prozent ergänzen bestehende IT-Lösungen um Cloud-Anwendungen. Vier Prozent haben sich darüber noch keine Gedanken gemacht.Dabei fühlt sich die Hälfte der Cloud-Nutzer den Anbietern ausgeliefert, etwa bei Preisen. 34 Prozent rechnen eher mit steigenden Kosten, 17 Prozent sogar mit stark steigenden Kosten. Nur acht Prozent erwarten sinkende Ausgaben. „Aktuell fällt es Kunden aufgrund des hohen Aufwands und der hohen Kosten bei einer Migration schwer, einen einmal gewählten Cloud-Anbieter wieder zu verlassen. Solche Lock-In-Effekte so gering wie möglich zu halten, sollte auch Teil der eigenen Cloud-Strategie sein“, so Wintergerst.
Bei Wahl des Cloud-Anbieters geht es primär um Sicherheit und die Standortfrage
Die einfache Wechselmöglichkeit des Cloud-Anbieters ist aktuell nur für 41 Prozent der Unternehmen ein zwingendes Kriterium bei der Auswahl. Ganz oben rangieren hingegen Vertrauen in IT-Sicherheit, Datenschutz und Compliance sowie Leistungsfähigkeit und Stabilität sowie die Möglichkeit zur Datenverschlüsselung. Mit Abstand folgen dann Interoperabilität, Nachhaltigkeitsthemen.Ein entscheidendes Kriterium ist dann das Herkunftsland des Anbieters und der Standort des Rechenzentrums in Deutschland oder der EU. Für mittlerweile rund 70 (!) Prozent der Betriebe ist das eine ganz zentrale Frage. Die Innovationsstärke einer Cloud ist dann für 55 Prozent entscheidend, 45 Prozent legen Wert auf niedrige Kosten und 39 Prozent auf weltweite Verfügbarkeit. „Sicherheit ist das Top-Thema bei der Cloud-Auswahl“, betont Wintergerst vom Digital-Verband Bitkom. Und das adressiert auch die Punkte Datenschutz und Standort.
Das sind allesamt Ergebnisse des neuen „Cloud Report 2025“ vom Digitalverband Bitkom, für den 604 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland repräsentativ befragt wurden.
Automation bringt Kosteneffizienz und neue Wertschöpfung

Immer mehr Beispiele aus der betrieblichen Praxis belegen das große ökonomische Potential von Automatisierung. Ein aktuelles Projekt von T‑Systems betrifft etwa die Dienstleistungsbranche und Energieanbieter.
Digitalisierung ist zum unverzichtbaren Bestandteil für neue unternehmerische Wertschöpfung geworden. Bei den Anwendungen ist neben bedarfsgenau skalierbaren Managed Services über cloudbasierte Plattformen immer öfter auch Automatisierung gefragt, ein bis dato unterschätztes Instrument im Kontext mit Kosteneffizienz und Wertschöpfung.
Branchen mit hohen Kundenzahlen
Ein anschauliches Beispiel ist ein Projekt von T‑Systems mit einem Kunden aus der Dienstleistungsbranche. Das Unternehmen unterstützt seine Kund:innen bei Erfassung, Visualisierung, Abrechnung und Management individueller Energie- und Wasserverbräuche. Bislang mussten diese bei Wohnungswechsel oder zur jährlichen Ablesung ein Foto der Zählerstände per E‑Mail an die Hausverwaltung oder direkt an das Unternehmen senden.Die dortigen Mitarbeitenden waren dann verantwortlich, die eingegangenen E‑Mails manuell zu sichten, zu klassifizieren (Anm. Jahres- oder Zwischenablesung) und korrekt zu archivieren oder weiterzuverarbeiten. Obwohl nicht sehr komplex, fällt eine hohe Frequenz an : Monatlich werden bis zu 3.000 solcher Meldungen verarbeitet, was bei einem Bearbeitungsaufwand von rund 60 Sekunden pro Vorgang in Summe einen monatlichen Zeitaufwand von 50 Stunden ergibt.
Hohe Einsparungen durch Robotic Process Automation
Um diese Prozesse zu optimieren, wurden bei einem gemeinsamen Work-Shop sinnvolle Automatisierungen und finale Ziele für einen Proof of Concept (PoC) definiert. Mit den Ergebnissen entwickelte das Projektteam innerhalb von drei Tagen mittels Robotic Process Automation (RPA) eine funktionale Lösung. Technologische Basis ist dabei die Plattform UiPath für KI-gestützte Prozessautomatisierung. Die Anwendung ermöglicht nun, eingehende E‑Mails automatisiert auszulesen, inhaltlich korrekt zu klassifizieren und regelbasiert im System zu archivieren, alles ohne manuelle Eingriffe.Durch diese automatisierte Beschleunigung erzielt das Unternehmen eine jährliche Zeitersparnis von rund 40 Personentagen. „Die erfolgreiche Umsetzung zeigt eindrucksvoll, wie durch den gezielten Einsatz von Robotic Process Automation und KI-gestützten Technologien einfache, aber ressourcenintensive Prozesse effizient digitalisiert werden können“, unterstreicht Alexander Stoklas, Head of Digital Solutions bei T‑Systems Austria. „Neben der signifikanten Zeitersparnis profitiert das Unternehmen auch von einer höheren Datenqualität, geringerer Fehleranfälligkeit und einer spürbaren Entlastung der Mitarbeitenden“.
Daten in US-Clouds und das Thema Unabhängigkeit

Geopolitische Entwicklungen und US-Zollpolitik und Streit bei EU-Datengesetzen belasten zunehmend Geschäft der großen US-Cloudanbieter. Amazon Web Services reagiert nun mit eigenem Cloud-Unternehmen für Europa.
Geopolitische Entwicklungen wie Kriege oder die willkürliche Einhebung von Zöllen, Vorwürfe im Kontext mit behördlichen Einflussnahmen beim Zugriff auf privat-betriebliche Daten und unternehmenspolitische Eigenmächtigkeiten großer US-Techfirmen bei der Verwendung von Daten bringen immer mehr Menschen und Unternehmen zum Nachdenken, wie unabhängig oder abhängig sie bei Lagerung und Management ihrer eigenen Daten eigentlich sind.
Bei Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung mit Behörden und Institutionen betrifft diese Frage insbesondere das Datenmanagement in und über die diversen Cloud-Angebote von US-Anbietern wie Amazon Web Service, Microsoft mit Azure, Google oder auch Apple. „Die Marktmacht dieser Tech-Riesen ist mittlerweile besorgniserregend“, meinte kürzlich auch das internationale Beratungsunternehmen EY nach einer globalen Analyse von Unternehmen.
Besorgniserregende Marktmacht der US-Techriesen
Im deutschsprachigen Raum haben ansässige IT-Dienstleister wie die Deutsche Telekom und T‑Systems als Telekom-Tochter für den Bereich Business-IT schon länger auf diese Entwicklung reagiert und bieten etwa mit der Open-Telekom-Cloud (OTC) und Datenhaltung in deutschen und österreichischen Rechenzentren Alternativen. Auch CANCOM Austria (ehem. Kapsch BusinessCom), A1 oder die oberösterreichische Fabasoft bieten umfassende Cloud-Services mit Datenhaltung in eigenen Rechenzentren in Österreich.Aktuell hat nun der US-Anbieter Amazon Web Services (AWS) verlautbart, ein eigenes Cloud-Unternehmen für Europa zu gründen und darüber die sogenannte AWS European Sovereign Cloud anzubieten. Bestandteil ist auch ein eigenes Security Operations Center (SOC). Das Unternehmen soll extra Angaben zufolge von Staatsbürger:innen aus EU-Staaten geleitet werden und lokalen rechtlichen Anforderungen unterliegen. Kathrin Renz, derzeit Vice Presidentin der amerikanischen AWS Industries, wird erste Geschäftsführerin der Gesellschaft.
Einhaltung und Prüfung geltender Rechtsvorschriften über eigenen Beirat
AWS will zudem „einen unabhängigen Beirat für die AWS European Sovereign Cloud einrichten“, bestehend „aus vier Mitgliedern, alle Staatsbürger:innen und Wohnsitz in der EU“, und „darunter mindestens ein von Amazon unabhängiges Beiratsmitglied“, so AWS in einer Aussendung. Die neue Geschäftsführerin Kathrin Renz wird in der Aussendung gesondert hervorgehoben als Deutsche Staatsbürgerin ausgewiesen, und sie soll sicherstellen, dass die AWS European Sovereign Cloud allen geltenden Gesetzen und Rechtsvorschriften in Deutschland und der EU entspricht.„Diese Investition unterstreicht unser Engagement für Europas digitale Zukunft. Kunden können Innovationen vorantreiben und dabei ihre Anforderungen an die digitale Souveränität erfüllen“, betont Renz. In der Presseaussendung weiters betont wird, dass „die Infrastruktur der AWS European Sovereign Cloud unabhängig ist und es keine operative Kontrolle außerhalb der EU-Grenzen geben wird“. Ausschließlich AWS Mitarbeiter:innen mit Wohnsitz in der EU werden „Kontrolle im täglichen Betrieb ausüben, einschließlich des Zugangs zu Rechenzentren, des technischen Supports und des Kundenservice für die AWS European Sovereign Cloud“.
Betriebliche Autonomie und Sicherheit in Europa
Auch für die Absicherung durch ein eigenes Security Operations Center gilt, dass die:der Leiter EU-Bürger:in mit Wohnsitz in der EU sein wird. Um alle EU-Regularien und die Kundenanforderungen im Kontext mit einem autonom-unabhängigen europäischen Datenmanagement zu erfüllen und zu protokollieren, wird AWS auch ein sogenanntes Sovereign Requirements Framework (SRF) installieren.„Das SRF ist ein umfassender Katalog technischer, rechtlicher und betrieblicher Souveränitätskontrollen, der auf Basis der Souveränitätserwartungen von Kunden, der Anforderungen von Regulierungsbehörden in der EU, Leitlinien führender Branchenstandards und Rahmenwerke und der Bedürfnisse von Implementierungspartnern entwickelt wurde“, so AWS. Und : „Kunden erhalten Zugang zu Prüfberichten, welche die vollständige Nachverfolgbarkeit der Kontrollgestaltung und betrieblichen Wirksamkeit gewährleisten“.
Künstliche Intelligenz für genaueste Messungen

Der Einsatz von KI bei Messergebnissen unter Verwendung von unscharfen Bildern ist Thema eines Forschungsprojekts an der TU Wien.
Kein Bild ist unendlich scharf. Egal wie präzise man ein Mikroskop oder eine Kamera baut, es gibt immer grundlegende und final feststehende Genauigkeitsgrenzen. Die Position eines Teilchens kann etwa niemals unendlich genau vermessen werden, eine gewisse Unschärfe ist unvermeidlich. Diese Grenze ergibt sich nicht aus technischen Schwächen, sondern aus den physikalischen Eigenschaften des Lichts und der Informationsübertragung selbst.
Strategie für bildgebende Verfahren Die TU Wien, die Universität Glasgow und die Universität Grenoble untersuchten nun die absolute Grenze der Präzision, die mit optischen Methoden möglich ist. Und wie diese Grenze möglichst gut erreichbar ist. Dem internationalen Team gelang es dabei eine unterste Schranke für die theoretisch erreichbarer Präzision anzugeben und KI-Algorithmen für neuronale Netze zu entwickeln, die nach entsprechendem Training dieser Schranke sehr nahekommen. Diese Strategie soll nun in bildgebenden Verfahren eingesetzt werden, etwa in der Medizin.
„Stellen wir uns vor, wir betrachten ein kleines Objekt hinter einer unregelmäßigen, trüben Glasscheibe“, sagt Stefan Rotter vom Institut für Theoretische Physik der TU Wien. „Wir sehen dann nicht einfach ein Bild des Objekts, sondern ein kompliziertes Lichtmuster, bestehend aus vielen helleren und dunkleren Lichtflecken. Wie genau können wir auf Basis dieses Bildes abschätzen, wo sich das Objekt tatsächlich befindet – und wo liegt die absolute Grenze dieser Genauigkeit?“, erläutert Rotter die Ausgangsbasis.
Physik gibt hier grundlegende Grenzen vor Solche Szenarien sind etwa in der Biophysik oder der medizinischen Bildgebung von Bedeutung. Wenn Licht durch biologisches Gewebe gestreut wird, verliert es scheinbar die Information über tiefer liegende Gewebestrukturen. Doch wie viel von dieser Information lässt sich prinzipiell zurückgewinnen ? Diese Frage ist nicht nur von technischer Natur, sondern die Physik selbst gibt hier grundlegende Grenzen vor. Die Antwort darauf liefert ein theoretisches Maß, die sogenannte Fisher-Information. Sie beschreibt, wie viel Information ein durch irgendwelche Effekte verfälschtes optisches Signal über einen unbekannten Parameter – etwa die Objektposition – enthält. Ist die Fisher-Information gering, ist keine präzise Bestimmung mehr möglich, egal wie raffiniert das Signal ausgewertet wird. Auf Basis dieses Konzepts konnte das Team eine Obergrenze für die theoretisch erreichbare Genauigkeit in unterschiedlichen experimentellen Szenarien berechnen.
Neuronale Netze lernen aus chaotischen Lichtmustern
Während das Team der TU Wien theoretische Beiträge lieferte, wurde ein entsprechendes Experiment von Dorian Bouchet von der Universität Grenoble (Frankreich) zusammen mit Ilya Starshynov und Daniele Faccio von der Universität Glasgow (UK) konzipiert und durchgeführt. In diesem Experiment wurde ein Laserstrahl auf ein kleines, spiegelndes Objekt gerichtet. Dieses befand sich hinter einer trüben Flüssigkeit, sodass die aufgenommenen Bilder nur noch stark verzerrte Lichtmuster zeigten. Je nach Trübung variierten die Messbedingungen – und damit auch die Schwierigkeit, aus dem Signal präzise Positionsinformationen zu gewinnen. „Für das menschliche Auge sehen diese Bilder wie zufällige Flecken aus. Aber wenn wir viele solcher Bilder – jeweils mit bekannter Objektposition – in ein neuronales Netz einspeisen, kann das Netz lernen, welche Muster mit welchen Positionen zusammenhängen“, erklärt Maximilian Weimar von der TU Wien. „Nach ausreichendem Training war das Netz in der Lage, auch bei neuen, unbekannten Mustern die Objektposition sehr genau zu ermitteln“, so Weimar. Einsatzszenarien in medizinischer Diagnostik, Materialforschung oder Quantentechnologie.Besonders bemerkenswert : Die Genauigkeit der Vorhersage war in allen Szenarien nur minimal schlechter als das theoretisch erreichbare Maximum – berechnet über die Fisher-Information. „Das bedeutet, dass unser KI-gestützter Algorithmus nicht nur effektiv, sondern nahezu optimal ist. Er erreicht fast genau jene Präzision, die durch physikalische Gesetze überhaupt erlaubt ist“, unterstreicht Stefan Rotter von der TU Wien. Diese Erkenntnis hat weitreichende Konsequenzen : Mit Hilfe intelligenter Algorithmen könnten optische Messverfahren in verschiedensten Bereichen deutlich verbessert werden – von der medizinischen Diagnostik über die Materialforschung bis hin zur Quantentechnologie. In künftigen Projekten will das Forschungsteam gemeinsam mit Partnern aus der angewandten Physik und Medizin nun untersuchen, wie diese KI-gestützten Methoden in konkreten Systemen zum Einsatz kommen können.
KI und das Thema Arbeitsplatz

In aktueller Umfrage des deutschen ifo-Instituts rechnet über ein Viertel der deutschen Betriebe mit einem Stellenabbau durch KI. Zwei Drittel erwarten keine Änderung, fünf Prozent zusätzliche Jobs.
Das in München (D) ansässige Wirtschaftsforschungsinstitut ifo erhebt von und mit deutschen Unternehmen regelmäßig aktuelle Themen rund um übergreifende Wirtschaftsfragen. Aktuell ging es um Künstliche Intelligenz (KI) und hier geht mehr als ein Viertel der Unternehmen (27 Prozent) davon aus, dass Künstliche Intelligenz (KI) in den kommenden fünf Jahren zum Abbau von Stellen führen wird.
Messbare Effekte auf dem Arbeitsmarkt
„Unternehmen, insbesondere die Industrie, erwarten einen durch KI beschleunigten Strukturwandel“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo Umfragen. Nur fünf Prozent der Unternehmen rechnen mit zusätzlichen Jobs, zwei Drittel erwarten keine Veränderung. „Momentan loten die Unternehmen aus, in welchen Feldern KI Produktivitätsgewinne bringt. Bis sich das in messbare Effekte auf dem Arbeitsmarkt übersetzt, wird es noch ein paar Jahre dauern“, kommentiert Fuest das Ergebnis.Wenn es zu einem Stellenabbau komme, erwarteten „die betroffenen Unternehmen im Durchschnitt eine Reduktion um rund acht Prozent“, so Wohlrabe. In der Industrie rechnet mehr als ein Drittel der Unternehmen mit Stellenabbau. Auch im Handel liegt dieser Anteil mit knapp 30 Prozent deutlich über dem gesamtwirtschaftlichen Schnitt. Im Baugewerbe dagegen denken über 80 Prozent der Betriebe, dass sich durch KI an der Beschäftigtenzahl nichts ändern wird.
Positive Beschäftigungsimpulse in technologienahen Dienstleistungen
Gleichzeitig werden positive Beschäftigungsimpulse sichtbar : In technologienahen Dienstleistungen wie IT oder Informationsverarbeitung rechnen einzelne Unternehmen bereits mit einem Aufbau – mit erwarteten Zuwächsen von teils über zehn Prozent. „KI wird nicht nur zum Rationalisierungsinstrument, sondern auch zum Ausgangspunkt neuer Tätigkeitsprofile“, sagt Wohlrabe.„Noch sind die Beschäftigungseffekte von Künstlicher Intelligenz moderat – doch auf längere Sicht könnte KI den deutschen Arbeitsmarkt verändern.“ Er sieht die Herausforderung darin, die entstehenden Produktivitätsgewinne in breiten Wohlstand zu übersetzen – ohne größere Verwerfungen in bestimmten Berufsgruppen zu erzeugen.
Die Qualität der Daten entscheidet

Künstliche Intelligenz. Ohne eine wirklich solide Datenbasis bleibt jedes betriebliche KI-Projekt nur Stückwerk. Ein Expertenkommentar von Manuel Moser, Director Digital Innovation & AI, CANCOM Austria
Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen schreitet voran. So groß die Innovationsfreude ist – sie stößt rasch an Grenzen ohne ein qualitatives Daten-Fundament. Ohne strukturierte, aktuelle und zugängliche Daten wird kein KI-System sein volles Potenzial entfalten können. Das gilt auch für Generative KI.
Fehlerhafte Daten behindern Prozesse und Wertschöpfung
In zentralen Systemen wie CRM oder ERP finden sich oft unvollständige, fehlerhafte oder gar widersprüchliche Informationen. Das wirkt wie Sand im Getriebe – für klassische Analysen und auch für moderne KI-Modelle, die einen „sauberen“ Daten-Kontext benötigen. Investitionen in Datenarchitektur, eine klare Data-Governance und abteilungsübergreifende Verantwortlichkeiten sind daher essenziell.Interessant ist, dass oft engagierte Mitarbeitende KI aus der operativen Basis vorantreiben. Sie nutzen generative KI lange vor offiziellen Projekten. Bottom-Up-Push und Know-how sind wichtige, förderwürdige Signale. Unternehmen sollten daher Räume für Austausch, Transparenz und Best Practices zu schaffen. Dieses Innovationspotenzial strukturiert mit strategischer Governance verbinden, kann einen nachhaltigen Wandel auslösen.
Der Erfolgsfaktor Vertrauen
Ein zentraler Erfolgsfaktor für KI ist auch Vertrauen – das wächst durch greifbare, positive Erfahrungen. Gerade zum Start können einfache, aber effektive Piloten den Nutzen von KI sichtbar machen. Wenn Mitarbeitende erleben, wie KI Prozesse und Entscheidungen beschleunigt, steigt Akzeptanz und Verständnis. Auch Trial-and-Error gehört zum Prozess, niemand erwartet sofort 100-prozentige Lösungen. Entscheidend ist zu lernen und mit jeder Iteration besser zu werden.Aktuell sehen wir den Übergang von regelbasierten Chatbots zu komplexeren, kontextsensiblen KI-Systemen. Transformer-Modelle verstehen natürliche Sprache deutlich besser – das steigert die Nutzerakzeptanz. Die Anforderungen steigen aber ebenso : Kund:innen erwarten nicht nur Antworten, sondern echte Assistenz. Der Leitsatz „Show me, tell me, and do it for me“ bringt es auf den Punkt : KI soll informieren, anleiten und bestenfalls gleich selbst handeln.
Die notwendige Investition in Datenqualität
Mit Agentic-AI, also autonomen Assistenzsystemen, ist die nächste Disruption bereits da. Systeme, die eigenständig Entscheidungen treffen und Aktionen ausführen, verändern nicht nur die Effizienz, sondern ganze Geschäftsmodelle. Und das mit klaren Geschäftsregeln im Sinne des Unternehmens. Der Trend geht dabei zu Tool-Mixes statt Einzelmodelle.Unternehmen, die heute die richtigen Grundlagen legen, bestimmen morgen die Spielregeln. KI ist eine gesamtunternehmerische Aufgabe. Wer nachhaltig erfolgreich sein will, muss in Datenqualität investieren, Vertrauen aufbauen und das Wissen der eigenen Mitarbeitenden einbinden. Der Wandel beginnt nicht nur im Vorstand, sondern oft auf den Schreibtischen derer, die heute schon KI nutzen. Jetzt ist die Zeit, dieses Potenzial in geregelte Bahnen zu lenken – bevor andere es tun.
Neuer Chef bei A1 Österreich

Jiří Dvorjančanský übernimmt mit September 2025 Vorstandsvorsitz bei Telco A1. Bisheriger CEO Marcus Grausam geht auf eigenen Wunsch.
Beim ehemals österreichischen Telekom-Unternehmen A1 (vormals Telekom Austria, Mobilkom Austria, Datakom Austria und Jet2Web Internet Services) wird Jiří Dvorjančanský mit 1. September 2025 neuer CEO und Vorstandsvorsitzender. Der bisherige CEO Marcus Grausam verlängert seinen Vorstandsvertrag nicht und verlässt das Unternehmen nach 27 Jahren auf eigenen Wunsch. Jiří Dvorjančanský verfügt über viele Jahrzehnte Erfahrung in der Telekommunikationsbranche. Er war zuletzt von 2014 bis 2024 CEO von A1 Kroatien und Nordmazedonien. Zuvor sammelte er Managementerfahrung in unterschiedlichen Funktionen, etwa in der Deutschen Telekom und der spanischen Telefónica. Angaben zufolge erfolgte im Aufsichtsrat seine Bestellung zum CEO von A1 Österreich einstimmig.
Neues A1 Vorstandsteam in Österreich
Im neuen A1 Vorstandsteam wird nun Martin Resel zusätzlich zu seiner bisherigen Funktion als Chief Commercial Officer (CCO) Enterprise stellvertretender Vorstandsvorsitzender (Deputy CEO) von A1 Österreich. Natascha Kantauer-Gansch wird als CCO Consumer ebenfalls in den Vorstand berufen. Die bisherige Finanzvorständin Sonja Wallner bleibt CFO von A1 Österreich und der A1 Group.„Jiří Dvorjančanský verfügt über viele Jahre Managementerfahrung und wird die digitale Transformation des Unternehmens weiter vorantreiben. Unter der Führung von Marcus Grausam ist A1 Österreich deutlich gewachsen. Wir bedanken uns bei ihm, der unsere Unternehmenskultur maßgeblich geprägt und das Unternehmen besonnen und vorausschauend durch die Transformation geführt hat“, so Alejandro Plater, A1 Group CEO und Thomas Arnoldner, A1 Group Deputy CEO.
Neue Kooperation bei Campus-Netzwerken auf 5G-Basis

Campus-Netze auf Basis von 5G-Technologien ermöglichen Unternehmen eine individuell gestaltbare wie exklusive IT-Infrastruktur mit sicheren und hochverfügbaren Diensten. A1 und Siemens haben nun gemeinsam neue 5G-Plattform entwickelt.
5G ermöglicht insbesondere schnelle und zuverlässige Produktions- und Intralogistikprozesse mit voller Flexibilität und passgenau auf die Bedürfnisse von Unternehmen nutzbar. Die Architektur der zugrunde liegenden Netzwerke beinhaltet zumeist die Kombination von externen, öffentlichen Mobilfunknetzen mit exklusiven bzw. betriebsprivaten Funknetzen.
Speziell für Industrie und mittelständische Produktionsbetriebe
Große Industriebetriebe aber auch Spitalsbetreiber wie aktuell und erstmals in Österreich die Gesundheitsbetriebe Burgenland (economy berichtete) setzen zunehmend auf derartige Campus-Netze auf 5G-Basis. Entscheidend sind Schlüsselfaktoren wie niedrigste Latenzen bzw. schnelle Übertragungsraten de facto in Echtzeit, hohe und zuverlässige Verfügbarkeiten, hochsichere Umgebungen und eine individuell bzw. passgenau gestaltbare generelle IKT-Infrastruktur bei allen technologisch-digitalen Diensten und Applikationen. Automation oder autonome Produktions- und Logistikstraßen sind etwa oft genutzte Anwendungsbereiche.A1 und Siemens haben speziell für Industrie und mittelständische Produktionsbetriebe nun ihre Industrial 5G Plattform entwickelt und stellen diese auf der kommenden SMART Automation Messe in Linz vor. Mit der neuen Plattform erweitert A1 sein bestehendes Mobile Private Network Portfolio um die Siemens Industrial 5G Plattform. Adressiert sind vor allem Betriebskunden in Österreich, bei denen es auf kurze Latenzzeiten ankommt. Das System ist laut A1 ab sofort am österreichischen Markt verfügbar.
Fertigung und Intralogistik in digitalen Fabriken optimal unterstützen „Zweck der 5G-Kommunikation in der Industrie ist es, die Fertigung und Intralogistik in digitalen Fabriken optimal zu unterstützen. Deshalb spielen private Industrial 5G-Netzwerke eine Schlüsselrolle für Industrie 4.0. Umso mehr freue ich freue mich, dass A1 unsere Industrial 5G Plattform am österreichischen Markt anbieten möchte“, so Werner Schöfberger, Leiter Business Unit Process Automation der Siemens AG Österreich.
„5G Mobile Private Networks vernetzen IT- und OT-Systeme mobil, autark und hochverfügbar am Unternehmensstandort. Die Siemens Industrial 5G Plattform bereichert speziell im Hinblick auf Industrie 4.0 und OT-Anwendungen unser Portfolio und ich freue mich auf viele erfolgreiche Kundenprojekte“, ergänzt Richard Palmetzhofer, Director Business Unit Area bei A1.
Vom Kinderschnuller zum Autositz

Deutsches Start-Up aevoloop will Herstellung und Recycling von Plastik neu denken und das ohne Abstriche an Performance und Funktionalität. Vom deutschen Vorzeige-Inkubator SPRIND erhielt das Jungunternehmen nun eine Million Euro als Anschubfinanzierung.
Anfang 2021 feierte Manuel Häußler den bis dato größten Meilenstein seiner wissenschaftlichen Laufbahn : eine Publikation im international renommierten Fachmagazin Nature über komplett recyclebare Kunststoffe, die Nachhaltigkeit und Performance auf nicht gekanntem Niveau vereinen. Um das Interesse der Industrie zu wecken, war es aus der Sicht von Häußler zu früh und so machte er sich selbständig und setzte auf Förderungen.
Recycling war kein Thema und immense Plastikflut war nicht absehbar
Dann folgte ein Treffen mit dem erfahrenen Gründer Philipp Kessler und nach der Bewilligung von einigen Förderanträgen taten sich die beiden zusammen, um Häußlers Entwicklung marktfähig zu machen. „Wir möchten keine negative Story zu Kunststoffen erzählen, sondern vielmehr die positiven Aspekte beibehalten und sie zusätzlich nachhaltig machen“, schildert Philipp Kessler. „Kunststoffe wurden in den 1950er Jahren erfunden, aber seitdem nie wieder grundlegend molekular verändert. Sie wurden einfach nicht für heutige Probleme entwickelt, Recycling war kein Thema und auch diese immense Plastikflut war nicht absehbar“, so die Jungunternehmer.Mit bestehenden Materialien sei diese Plastikflut nicht mehr einzudämmen, da beim herkömmlichen Recycling längst Materiallimits erreicht werden. Das wollten die beiden Gründer nun anpacken, gründeten 2024 das Unternehmen aevoloop (Anm. unendliche Kreisläufe), um sodann sogenannte planet-proof plastics herzustellen. Häußler und Kessler fokussierten sich auf die Enabler-Technologie, um die ursprünglich erforschten Kunststoffe günstig herstellen zu können und mit diesem Konzept sind die Jungunternehmer dann auch 2023 beim deutschen Vorzeige-Inkubator SPRIND mit einem Validierungsauftrag gestartet.
Vielseitige und konkurrenzfähige Performance
„Wir machen alten Plastikabfall wertvoll, indem wir durch eine Oxidationsreaktion die Kunststoffketten gezielt aufbrechen und dadurch wertvolle molekulare Bruchstücke entstehen. Dann ketten wir die neuen Bruchstücke wieder aneinander zu unseren neuen nachhaltigen Materialien und bauen in die neuen Polymermoleküle gezielt Sollbruchstellen ein“. Und : „Diese stören in der Anwendung nicht, können jedoch in einem chemischen Recyclingverfahren gezielt wieder geöffnet werden. Die kleinen Bausteine sind somit designed for recycling und lassen sich immer wieder verwenden“, erklären Häußler und Kessler ihre innovative Entwicklung.Dass sich aevoloops Kunststoffe mit herkömmlichem Plastik wie Polyethylen und Polypropylen messen können, davon ist ihr Erfinder absolut überzeugt. Entscheidend sei zum einen die vielseitige und konkurrenzfähige Performance und zudem setzen sie auf geschlossene Materialkreisläufe und auf die biologische Abbaubarkeit der Kunststoffe, um schädliches Mikroplastik zu vermeiden. Und durch das eigentliche Markenzeichen, die Sollbruchstellen auf molekularer Ebene, gäbe es zudem keine Qualitätsverluste für immer neue Anwendungen.
Weitere Möglichkeiten für Polymermischungen und Recycling
„Man könnte einen Schnuller aus unseren Kunststoffen machen und zum 18. Geburtstag wird ein Autositz daraus – und die molekularen Bausteine wären immer noch im gleichen Kreislauf“, so Manuel Häußler. Die als „planetensicher“ bezeichneten Kunststoffe von aevoloop sind schon in vielen Prototypen für potentielle Massenmärkte erprobt, etwa bei Spritzguss, Textilien oder im 3D-Druck. Durch die Verträglichkeit mit konventionellen Kunststoffen ergeben sich darüber hinaus noch weitere Möglichkeiten für die Verwendung in Polymermischungen sowie für das Recycling.Auch für die Bruchstücke selbst, die als weißes Pulver aus der Oxidationsreaktion gewonnen werden, gibt es zahlreiche Anwendungen wie Reinigungsmittel, Beschichtungen oder Additive. Dafür verkauft aevoloop diese als Ausgangsstoff verkauft. „Wir sind zudem in der Lage, neue Verpackungsideen mit kompostierbaren Materialien zu realisieren, wobei wir keinerlei Kompromisse in der Performance machen – im Gegensatz zu herkömmlichem Bioplastik“, berichtet CEO Kessler.
Nächste Ausbaustufe mit Bau einer Pilotanlage
Technologisch strategisch steht das Start-Up aktuell kurz vor der nächsten Skalierungsphase, wofür unter anderem der Bau einer Pilotanlage auf dem Programm steht. Erste Kunden hat aevoloop bereits und Angaben zufolge bahnen sich dazu immer mehr Pilotprojekte an. Finanziell ist das Start-Up eines der ersten Projekte, das die neue Anschubfinanzierung von SPRIND in Höhe von einer knappen Million Euro erhalten hat.In Kürze steht eine sogenannte Seed-Runde an, um bald ganz auf eigenen Beinen zu stehen. Im Frühjahr 2025 ist das Start-Up, das auf der Managementebene inzwischen von Timo Witt und Carl Warkentin komplettiert wird und insgesamt 14 Mitarbeiter zählt, von Konstanz nach Leipzig umgezogen – unter anderem wegen der Nähe zum neu entstehenden Center for the Transformation of Chemistry in Delitzsch und Merseburg.
Großes Lob für Betreuung und Unterstützung von SPRIND
Für die Betreuung und Unterstützung von Sprind gibt es großes Lob : „Ohne SPRIND wären wir heute nicht da, wo wir sind. Wir haben neben der Validierung Ende 2023 auch an der ersten Stufe der Circular Biomanufacturing Challenge teilgenommen und sind immer noch in aktivem Kontakt zu den Mentoren. Außerdem erhalten wir tolle Kontakte zu möglichen Investoren und Kunden“, erzählt Kessler.Der mehrfache Gründer ist stolz auf die bisherige Entwicklung von aevoloop und meint, dass in den Universitäten noch viel mehr große Schätze schlummern. „So viel Wissen und Technologie, so viele Patente liegen dort ungenutzt. Ich würde jedem empfehlen, an den Unis zu suchen, wenn sie sich nach einer guten Idee umsehen“ betont Philipp Kessler. „Es ist für Gesellschaft wie Wirtschaft extrem schade, dass vieles nicht den Weg aus der Wissenschaft in die Anwendung findet“, unterstreicht der aeveloop Manger und Gründungsexperte.
Sichere digitale Kommunikation im Gesundheitswesen

Seit heuer ist Übermittlung von Gesundheitsdaten via Fax nicht mehr erlaubt. Steirische Krankenanstaltengesellschaft setzt nun bei Kommunikation mit Ärzten und Gesundheitseinrichtungen auf das speziell entwickelte medizinische Datennetz DaMe von A1.
Seit dem 1. Jänner 2025 ist die Übermittlung von Gesundheitsdaten per Fax nicht mehr erlaubt. Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) setzt nun bei der Kommunikation mit Ärzt:innen und Gesundheitsdienstleistern auf DaMe, das Datennetz der Medizin von A1.
Daten verbleiben in sicherer Umgebung in Österreich Das schon länger für den Befundversand verwendete DaMe-Service wurde nun für eine wechselseitige Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzt:innen ausgebaut. Für die KAGes ist damit eine sichere, verschlüsselte und signierte Übermittlung von Befunden und Laborwerten oder auch abteilungsspezifische Zuweisungen möglich.
Das A1 Datennetz der Medizin wird in den georedundant angebundenen A1 Rechenzentren betrieben. Damit ist gewährleistet, dass alle Daten in einer hochsicheren und hochverfügbaren Umgebung in Österreich verbleiben.
Modernste Technologie für höchste Sicherheit und Effizienz
„Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit A1 die Kommunikation mit den niedergelassenen Ärzt:innen digitalisieren und deutlich vereinfachen konnten“, sagt Michael Georg Grasser, Leiter der Fachabteilung IT-Infrastruktur in der KAGes. „Damit haben wir den Umgang mit Gesundheitsdaten nicht nur an die neuen gesetzlichen Bestimmungen angepasst, sondern setzen auf eine Umgebung, die einen sicheren, kostensparenden und datenschutzkonformen Informationsaustausch gewährleistet und reibungslose Abläufe sicherstellt“, so Grasser. „DaMe ist seit über 25 Jahren ein verlässlicher Partner im Gesundheitswesen. Diese langjährige Erfahrung, eine kontinuierliche Weiterentwicklung und modernste digitale Technologien garantieren höchste Sicherheit und Datenschutz bei der Übermittlung sensibler Gesundheitsdaten“, ergänzt Peter Uher, Leiter des Geschäftsbereichs Public Sector & Healthcare bei A1.Die digitale Resilienz Europas

Betriebe sorgen sich um Ihre Unabhängigkeit beim Datenmanagement via Cloud. IT-Dienstleister wie T‑Systems bieten schon länger souveräne Cloud-Dienste für Österreich und Europa. Nun kündigt auch Microsoft neue digitale Selbstverpflichtungen an.
Daten sind zunehmend die zentrale Basis für den betrieblichen Erfolg. Prozesse und Produktionen werden gesteuert, bis hin zu personalisierten Kundenservices. Parallel gibt es eine Vielzahl an Angeboten, diese Daten über externe Cloud-Services zu verwalten, viele davon von großen US-Unternehmen wie Apple, Amazon, Google oder Microsoft. Im Kontext mit aktuellen geopolitischen Entwicklungen bekommen bestimmte Kriterien eine zentrale strategische Bedeutung : Wo liegen die Daten, wer hat Zugriff und wie lässt sich regulatorische Sicherheit gewährleisten ?
Unabhängigkeit und Flexibilität beim Management von Daten
Final geht es um das Thema Abhängigkeit bzw. Unabhängigkeit. Die geopolitische Lage zeigt, wie wichtig die Themen Unabhängigkeit und Flexibilität beim Management von Daten sind. In der Geschwindigkeit, in der etwa internationale Sanktionen oder kostentreibende Zölle eingeführt werden, kann kaum ein Unternehmen die IT-Infrastruktur bzw. die Cloud-Services eines, etwa betroffenen externen Anbieters wechseln. Die Folge ist eine entsprechende Abhängigkeit.Der US-Konzern Microsoft bietet für Unternehmen über seine Azure genannte Cloud unterschiedliche Dienste zum Thema Datenmanagement an. Aktuell kündigt der IT-Konzern nun auch eine neue digitale Selbstverpflichtungen für Europa an. Ein besonderer Fokus soll der digitalen Resilienz in Zeiten geopolitischer Unsicherheit gelten. Microsoft will seine Cloud- und KI-Infrastruktur in Europa massiv ausbauen und die Rechenzentrums-Kapazitäten bis 2027 mehr als verdoppeln.
Das Thema digitale Resilienz in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten
Im Rahmen eines Auftritts beim Atlantic Council in Brüssel hat nun Brad Smith, Vice Chair und Präsident von Microsoft neue digitale Selbstverpflichtungen für Europa vorgestellt. Ein Fokus betrifft das Thema digitale Resilienz in Zeiten geopolitischer Unsicherheiten. „Microsoft verpflichtet sich zu dieser digitalen Resilienz Europas, unabhängig von geopolitischen oder wirtschaftlichen Spannungen. Neue Maßnahmen sollen Datenschutz, Cybersicherheit und die Wettbewerbsfähigkeit Europas stärken – auch durch enge Zusammenarbeit mit europäischen Partnern und Open-Source-Initiativen“, so Brad Smith.Und : „Microsoft setzt auf strikte Einhaltung europäischer Gesetze und integriert neue Vorkehrungen, um den Zugang zu und den Schutz von europäischen Daten zu garantieren“, so Microsoft-Manager Smith. Als österreichischer Beobachter ist man hier dann versucht zu fragen : Und was war bis jetzt?!
Das Management von Cyber-Angriffen

Trend Micro veröffentlicht neue Studie, die Diskrepanz zwischen dem Erkennen von Angriffsrisiken und dem Einsatz spezieller Lösungen zur Bewältigung dieses Risikoszenario aufzeigt.
Trend Micro, internationaler Anbieter von Cybersecurity-Lösungen, hat über Sapio Research weltweit und branchenübergreifend über 2.250 Cybersecurity-Führungskräfte zum Thema Sicherheitsvorfällen befragt, darunter 100 aus Österreich. 73 Prozent von ihnen haben bereits Sicherheitsvorfälle aufgrund von unbekannten oder nicht verwalteten Assets erlebt. Mit der Verbreitung generativer KI und der damit verbundenen höheren Komplexität sowie der ständig wachsenden Zahl von IoT-Geräten sei die Zahl dieser Assets „rapide angestiegen“, so Trend Micro.
91 Prozent der Befragten weltweit und 89 Prozent in Österreich bestätigen, dass sich das Management der Angriffsfläche auf das Geschäftsrisiko ihres Unternehmens auswirkt. Ein großer Teil der Befragten erkennt zudem, dass fehlendes Risikomanagement für exponierte Assets erhebliche negative Auswirkungen haben kann, die über unmittelbare Sicherheitsbedrohungen hinausgehen.
Negative Folgen für unterschiedliche betriebliche Bereiche
Die befragten Security-Manger nennen auch noch weitere negative Folgen für unterschiedliche betriebliche Bereiche. Dazu gehören die Rechtliche Compliance (39 Prozent in Österreich, 35 Prozent weltweit), die betriebliche Kontinuität (38 versus 42), weiters Zugang oder Konditionen von Cyberversicherungen (33 versus 34), dann Kundenvertrauen und Markenreputation (29 versus 39), die Beziehungen zu Lieferanten (29 versus 39) und schließlich die Wettbewerbsfähigkeit (28 Prozent in Österreich, 39 Prozent weltweit).Trotz dieser offensichtlichen Erkenntnisgewinnung verwenden nur 33 Prozent der Unternehmen in Österreich (43 Prozent weltweit) spezielle Tools für ein proaktives Risikomanagement ihrer Angriffsfläche. Mehr als die Hälfte (59 Prozent) gibt an, dass sie über keine Prozesse verfügen, um dies kontinuierlich zu tun. „Das wäre jedoch notwendig, um Risiken proaktiv zu mindern und einzudämmen, bevor sie den Betrieb beeinträchtigen“, so Trend Micro in einer Aussendung.
Angriffsfläche bei Cyberangriffen außer Kontrolle
Im Durchschnitt sind 38 Prozent der Cybersecurity-Budgets in Österreich (27 Prozent weltweit) für das Management von Angriffsflächenrisiken vorgesehen. 82 Prozent der österreichischen Unternehmen geben an, dass ihre derzeitigen Ressourcen für die Bewältigung dieser Herausforderungen ausreichend sind (global 77 Prozent).„Bereits 2022 waren Unternehmen weltweit besorgt, dass die Angriffsfläche für Cyberangriffe außer Kontrolle gerät. Heute ist die Herausforderung noch dringlicher“, unterstreicht Kevin Simzer, COO bei Trend Micro. „Die meisten Unternehmen sind sich zwar der Auswirkungen auf das Geschäftsrisiko bewusst, aber nur wenige ergreifen proaktive Sicherheitsmaßnahmen zur Risikominderung. Das Management von Cyberrisiken sollte für alle Unternehmen oberste Priorität haben“, betont Simzer.
Das große Potential moderner Datenökosysteme

Datenräume als Schlüssel für Wachstum einer souveränen europäischen Datenwirtschaft. Neue Lösung von CANCOM Austria und HPE beseitigt für Unternehmen und Behörden bisherige Hürden bei technologischer und operativer Umsetzung.
Eine gemeinsam entwickelte Lösung von CANCOM Austria und Hewlett-Packard Enterprises (HPE) bringt eine bedeutsame Weiterentwicklung für die Schaffung von gemeinsamen Datenräumen. Schon länger gelten diese Datenräume als Schlüssel für das Wachstum einer souveränen europäischen Datenwirtschaft.
Im Kontext mit technologischen wie operativen Hürden, blieb jedoch für Unternehmen und Behörden die Ausschöpfung des vollen Potentials oft ungenutzt. Nun bietet CANCOM Austria eine Lösung, die diese Hürden beseitigt. Ohne hohe Integrationskosten oder komplexe Eigenentwicklungen soll sie die sichere und effiziente Zusammenarbeit auch über Unternehmens- und Branchengrenzen hinweg ermöglichen.
Open-Source-Technologie-Stack als Managed Service Dienst
„Die in Zusammenarbeit mit HPE entstandene Lösung macht die Bereitstellung von Datenräumen so einfach wie die Nutzung einer modernen Cloud-Plattform“, sagt Dietmar Wiesinger, CSO von CANCOM Austria. Basis ist ein sogenannter Open-Source-Technologie-Stack, der als Managed Service Dienst bereitgestellt wird und alle Funktionen umfasst, die eine Firma oder Behörde benötigt, um an Datenräumen teilzunehmen.Der Betrieb passiert entweder in den Rechenzentren der jeweiligen Datenraum-Teilnehmer, als private Instanz bzw. Unternehmen in einem der CANCOM-Rechenzentren oder in der Cloud. „Eine weitere Verbesserung zu vielen bisherigen Ansätzen ist, dass die neue Lösung keine Datenübertragung zwischen den Teilnehmern erfordert“, so Wiesinger.
Protokolliert abgesicherte Kommunikation
Basis hierfür ist eine eigene Architektur (Anm. Service-Mesh), die die Kommunikation direkt zwischen den beteiligten Systemen erlaubt und das abgesichert durch sogenannte Zero-Trust-Verfahren für die gegenseitige Authentifizierung und kontinuierliche Attestierung von Identitäten. Alternativ ist auch eine kontrollierte Datenübertragung möglich, wobei die Nutzung der Daten über den gesamten Datenraum hinweg automatisiert überwacht und protokolliert wird.„Datenräume können die Säule für die europäische Datenwirtschaft und digitale Souveränität werden – aber bisher waren die Einstiegshürden sehr hoch“, erklärt Dietmar Wiesinger, von CANCOM Austria. „Gemeinsam mit HPE senken wir nun diese Hürden und ermöglichen eine sichere unternehmensübergreifende digitale Zusammenarbeit in gemeinsamen Datenräumen, und das mit uneingeschränkter Kontrolle über die eigenen Daten“, betont Wiesinger.
Betriebsübergreifende Zusammenarbeit
„Wir helfen damit Unternehmen, diesen Vorteil strategisch zu nutzen und ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu steigern“, unterstreicht Wiesinger. Technologisch und operativ wird dieser Technologie-Stack von CANCOM Austria komplett vorintegriert bereitgestellt. Der Stack selbst beruht auf einer HPE-Referenzarchitektur für föderierte Ökosysteme.Operativ technologisch wird ausschließlich auf cloud-native Open-Source-Technologien und offene Standards mit dem “Graduated”-Reifegrad der Cloud Native Computing Foundation (CNCF) gesetzt. Die Einrichtung, Pflege und Erweiterung von Datenraum-Funktionen kann damit hochgradig standardisiert und automatisiert ablaufen und das inkludiert auch die rasche und einfache Integration neuer Datenraum-Teilnehmer oder Datennutzungsregeln.
Die Monetarisierung von Daten
„Im Unterschied zu anderen Datenraum-Ansätzen nutzen wir hier ausschließlich Open- Source-Frameworks der Cloud Native Computing Foundation “, sagt Florian Bühr, Solution Architect, Hewlett Packard Enterprise. „Wir haben diese Frameworks so miteinander verknüpft, dass Entwickler alle notwendigen Funktionen für Datenföderation und Sicherheit schon einsatzbereit vorfinden und so können sie sich auf fachliche Anwendungen und etwaig damit verbundene Wertschöpfungsprozesse konzentrieren“, erklärt Bühr.Die bereits verfügbare Lösung eröffnet zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten und das erstreckt sich vom sicheren Zugriff auf multi-domain Daten für das Training von AI-Agenten über Transparenz und Rückverfolgbarkeit in Lieferketten zur Einhaltung regulatorischer Vorgaben bis hin zur Monetarisierung von Daten etwa durch standardisierte und kontrollierte Zugriffsmechanismen.
Von der ersten Idee bis zur fertigen operativen Umsetzung
„Die Konfiguration, Überwachung und Steuerung der Datenräume erfolgt vollständig dezentral und liegt in der alleinigen Kontrolle der jeweiligen Teilnehmer. Unternehmen können individuelle Datennutzungsrichtlinien festlegen und diese flexibel an ihre Geschäftsanforderungen anpassen“, unterstreicht Dietmar Wiesinger von CANCOM Austria.Um die Potenziale moderner Datenökosysteme optimal zu nutzen und Daten sicher, kontrolliert und selbstbestimmt mit Partnern zu teilen, bietet der IT-Dienstleister Lösungen, die die Zusammenarbeit in Unternehmen neu gestalten, Prozesse optimieren und final auch neue Wertschöpfung oder Geschäftsmodelle ermöglichen. „Wir begleiten unsere Kunden dabei von der ersten Idee bis zur fertigen operativen Umsetzung und das reicht von Discovery Workshops über das Onboarding mit Anbindung der Datenquellen an den Datenraum bis zum Betrieb des Technologie-Stacks als Managed Service“, ergänzt Dietmar Wiesinger, CSO von CANCOM Austria.
Große Ambivalenz zwischen Erwartung und Realität

Erst ein Drittel der heimischen Unternehmen setzt auf KI. Rest wartet. Vertrieb und IT als primäre Anwendungsbereiche. Umsetzung AI-Act als Problem, so aktuelle Erhebung von EY.
Das Thema Künstliche Intelligenz und die heimische Wirtschaft. Ein Drittel der österreichischen Betriebe setzt bereits auf Künstliche Intelligenz. Ein weiterer Teil (26 Prozent) hat KI in den vergangenen 24 Monaten eingeführt. Nur ein kleiner Teil jener Unternehmen, die noch nicht auf KI setzen, plant die Einführung im kommenden Jahr (32). Deutlich mehr mit 39 Prozent verzichten aber heuer noch auf KI.
Chatbots im Kundenservice und Cybersicherheit in der IT
Das sind Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der Beratungs- und Prüfungsorganisation EY unter 100 Führungskräfte. „In den kommenden Jahren wird KI viele, wenn nicht alle Unternehmensbereiche transformieren“, sagt Susanne Zach, Leiterin des Bereichs AI & Data bei EY Österreich. „Wir müssen am Ball bleiben, um nicht an Wettbewerbsfähigkeit einzubüßen“, betont Zach.Der Unternehmensbereich, wo KI am häufigsten eingesetzt wird, ist der Kundenservice (41 Prozent)), vor allem in Form von Chatbots. Dahinter folgt der Vertrieb (30) im Kontext mit Datenmanagement, gefolgt von IT (28 Prozent), die KI primär für bessere Cybersicherheit einsetzt. In der Produktion wird KI erst von 14 Prozent eingesetzt, vor allem für Predictive Maintenance bzw. bessere Planung von Wartungsarbeiten.
Betrieben fehlt KI-Strategie und entsprechende Ziele
Im Personalbereich wird KI nur von jedem zehnten Betrieb genutzt, etwa für die Erstellung von Jobbeschreibungen oder die Auswahl im Recruitingprozess. Logistik folgt auf dem letzten Platz mit sieben Prozent – mit Schwerpunkt auf Lieferkettenoptimierung.„Speziell für die Produktion gibt es bereits zahlreiche Anwendungsfälle, die sich auch mit geringeren Budgets umsetzen lassen und großen Mehrwert erzielen“, so Zach.Was derzeit in vielen Betrieben noch fehlt, ist eine KI-Strategie. Nur in etwa jedem dritten Betrieb ist eine solche bereits implementiert. Die Mehrheit (58 Prozent) der Unternehmen ist aktuell ohne klar strukturierten Plan dabei, KI einzusetzen. „Viele Betriebe sind in den letzten zwei Jahren dem Hype um KI gefolgt und haben kurzfristig Anwendungen auf den Weg gebracht. Jetzt ist es an der Zeit, auch an der strategischen Ausrichtung dieser Projekte zu arbeiten. Ohne das Big Picture im Blick zu haben, lässt sich das volle Potenzial von KI kaum nutzen“, so Zach.
Der Faktor Vertrauen und der AI Act
Das Vertrauen in Künstliche Intelligenz unter den Führungskräften bleibt überschaubar : Nur etwa ein Drittel vertraut KI, wenn es um Lösungen wie Prognosemodelle oder Ähnliches geht. Mehr als die Hälfte vertraut hingegen der KI, wenn es um Informationen und Recherche geht. Für ein vertrauensvolles Umfeld zu KI kann auch Regulatorik einen Beitrag leisten und hier gibt es noch deutlichen Handlungsbedarf : Drei Viertel der heimischen Betriebe haben schon vom AI Act gehört, aber nur 19 Prozent auch damit beschäftigt.Deutlich weniger bekannt ist zudem der AI Act Compliance, der praktisch sicherstellen soll, dass die KI-Systeme der Unternehmen dem AI Act entsprechen. Nur sechs von zehn Befragten haben davon gehört und nur neun Prozent entsprechende Maßnahmen gestartet.„Schon im Sommer sind etliche Punkte aus dem AI Act anzuwenden, etwa Transparenz‑, Risiko- und Dokumentationsanforderungen für General-Purpose-AI-Modelle. Dass der Anteil der Unternehmen aktuell noch so gering ist, könnte zu Problemen führen“, unterstreicht Zach.