Einen erholsamen wie grandios herrlichen Sommer

Verlag und Redaktion von economy wünschen allen Lesern und Werbekunden einen epochalen Sommer – auch wenn die letztjährige US-Tour der Rolling Stones doch nicht in Europa fortgesetzt wird.
Wie gewohnt zu diesem Zeitpunkt : Auf ein paar ruhigere Tage als Unternehmer oder ein paar beschauliche Wochen als Arbeitnehmer. Beides, die Wochen und Tage, in sinnreich positiv emotional erfüllender Umgebung mit tropenwarmen Lüften, wohltemperierten Gewässern und möglichst angenehmen Mitmenschen. Inwieweit das auch die Familie betrifft, soll, zumindest, manchmal fraglich sein.
Bereits wieder gewohnt regelmäßig kontinuierlich fortwährend wie verlässlich
Mögen Ihnen dann noch unsere heurig bis dato publizierten 209 Geschichten gewohnt informatives Lesevergnügen verpasst haben. Fortgesetzt mit diesen, möglicherweise zumindest mehrheitlich überwiegend lesenswerten Neuigkeiten wird dann unserseits wieder ab Dienstag, den 9. September 2025, natürlich bereits schon wieder und dann gewohnt regelmäßig kontinuierlich fortwährend wie verlässlich.Musikalisch, emotional oder gerne auch physikalisch, vulgo körperlich
Und, nachdem die Rolling Stones ihre letztjährige US-Tour noch nicht in Europa fortgesetzt haben, möge Ihnen der anbeigefügte Link Eindrücke von diesen Konzerten vermitteln – musikalische, emotionale oder gerne auch physikalisch, vulgo körperliche. Auf das ich und wir mit 82 Jahren auch so „drauf“ sind (und dazu auch die „Kohle“ haben).You Get What You Need
Ja, es kommt jetzt natürlich wieder der weise Reminder (Anm. Erinnerer) aus einem, ebenso schon möglicherweise bis höchstwahrscheinlich bekannt zur Lebenshymne erkorenen Stones-Song : „You Can’t Get What You Want, You Can’t Get What You Want. But If You Try, Sometimes, You Get What You Need.” Fuck, äh, Yeah !Durchbruch bei Umrüstung auf erneuerbare Energieformen in urbanen Gebäuden

Unternehmen Roots Energy entwickelt modulares Baukastensystem für erneuerbare Energielösungen in bestehenden Gebäuden. Erstmals schrittweise Umrüstung zu deutlich reduzierten Kosten möglich. Empfehlung von Klimafonds und Stadt Wien als Vorzeigeprojekt
In Wien wurde gestern ein neuer Meilenstein für die Umrüstung auf erneuerbare Energieformen in bestehenden Gebäuden etabliert : Das Wiener Technologieunternehmen Roots Energy hat mit seinem „Roots Haus“ sein neues Hauptquartier eröffnet und damit europaweit das erste Reallabor für die modulare Umstellung auf erneuerbares Heizen und Kühlen im urbanen Immobilienbestand.
Im neuen „Roots Haus“ wird auf sechs Etagen und fast 1.000 m² Fläche das spezielle Roots System gezeigt und künftig laufend weiterentwickelt. Mit dieser innovativen Entwicklung ist nun erstmals eine schrittweise und individuell passgenaue Umrüstung von fossilen auf erneuerbare Heizlösungen in bewohnten Wohnhausanlagen zu deutlich reduzierten Kosten möglich.
Die urbane Energiewende wird zur Realität
Der bewohnte, mehrgeschoßige Gebäudebestand schien lange als kaum lösbares Problem der Wärmewende : Komplexe Technik, hohe Kosten, rechtliche Hürden und unterschiedliche Vorstellungen der EigentümerInnen ließ eine Heizungsumstellung meist nicht realisierbar zu machen. Genau hier setzt das Roots System an. Zentrale Kessel und dezentrale Gasthermen werden schrittweise durch ein Wärmesystem ersetzt, das auf unterschiedliche Umweltwärmequellen wie Luft und Erde in der Umgebung des Wohngebäudes zurückgreift.„Wir zeigen, dass die Heizungsumstellung im Bestand einfach umsetzbar und wirtschaftlich sinnvoll ist. Wir standardisieren, was bisher jedes Mal neu gedacht werden musste – damit Planer entlastet und Installationen einfacher und günstiger werden“, betont Gerald Stangl, Co-Geschäftsführer von Roots Energy.
Bewährte Technik als flexibles Baukastensystem neu gedacht und umgesetzt
Technologisch betrachtet arbeitet das Roots System mit bekannten Energieformen wie Umweltwärme aus Erde und Luft, Wärmepumpen oder Soleleitungen. Der Unterschied liegt in der Modularisierung und Standardisierung. Alles, was eine Heizungsumstellung bislang aufwendig, teuer und oft unmöglich gemacht hat – die Auslegung, die zentrale Hydraulik sowie Mess‑, Steuer- und Regeltechnik – wird bei Roots in standardisierte Produkte überführt und als System-Baukasten zur Verfügung gestellt.Im ersten Schritt wird die Energie über ein sogenanntes Solenetz bezogen und verteilt. Dies ist ein einfach zu verlegendes Leitungsnetz, das jedes Gebäude versorgt. Einfache Kaltwasserleitungen werden parallel zur Gasversorgung durch das Haus vor jede Wohnung gezogen. Eine aufwendige Kernsanierung ist keine Vorbedingung. Wurde die Wohnung zuvor mit einer dezentralen Gastherme beheizt, so erhält jede Wohneinheit einen Anschlusspunkt, an den eine kompakte Sole-Wärmepumpe mit Warmwasserspeicher (Anm. die sogenannte Soletherme) angeschlossen werden kann.
Roots·Hub als kompakte Einheit für Hydraulik, Mess‑, Steuer- und Regeltechnik
Dies erfolgt an derselben Position wie das Bestandsgerät. Die BewohnerInnen entscheiden dann in einem zweiten Schritt selbst, wann sie umsteigen wollen. Dank dieser Systematik kann die Umstellung schon bei der Zustimmung der Mehrheit der Wohnungseigentumsgemeinschaft erfolgen, es braucht keine 100 Prozent Zustimmung mehr, woran viele Projekte in der Vergangenheit gescheitert sind.Das Herzstück des Systems ist der sogenannte Roots·Hub, eine kompakte Einheit für Hydraulik, Mess‑, Steuer- und Regeltechnik. Für die Energiequellen wird meist eine Kombination aus Erd- und Luftwärme eingesetzt. Das erhöht die Effizienz und ermöglicht auch das Kühlen. Die Luftwärme wird durch den Roots·Absorber aufgenommen, ein geräuschloses, bewilligungsfreies Produkt, das sich besonders gut für den Einsatz im urbanen Raum eignet.
Roots Haus kombiniert Labor, Treffpunkt und Leuchtturmprojekt
Das Roots Haus als neues Hauptquartier des Unternehmens ist ein ökologisch saniertes Gebäude aus den 1970er Jahren, in dem das gesamte Roots System verbaut wurde und ab nun auch weiterentwickelt wird. An seinem Standort in der Linzer Straße 76 im 14. Wiener Gemeindebezirk lässt sich somit das Roots-System in seiner Gesamtheit erleben – von der Umweltwärmequelle über das Solenetz bis hin zur Wärmepumpe in der Wohnung.„Wir haben mit dem Roots Haus einen Ort geschaffen, an dem man die Wärmewende nicht nur verstehen, sondern auch erleben kann – mitten in einem typischen Wiener Bestandsgebäude. Damit beweisen wir : Erneuerbare Systeme sind im Wohnbereich fossilen Heizungen in jeder Hinsicht überlegen“, sagt Hüseyin Özcelik, Co-Geschäftsführer von Roots Energy. „Sie heizen genauso zuverlässig, ermöglichen Kühlen und sind deutlich günstiger im Betrieb“, betont Özcelik.
Nominierung als Musterhaus von Klimafond und als Vorzeigeprojekt von Stadt Wien
Das neue Roots-Haus dient aber nicht nur als Entwicklungszentrum und Büro für das Team, sondern auch als Treffpunkt für die Wärmewende-Szene und als Schulungsort für FachplanerInnen. Es wurde vom Klimafonds als Musterhaus gefördert und bildet den typischen urbanen Gebäudebestand in Mitteleuropa realitätsnah ab.Derzeit setzt Roots mehrere Projekte in Wien und Salzburg um. Das Unternehmen bereitet aktuell die Skalierungsphase vor. Im Fokus stehen institutionelle Eigentümer, Fachplaner und Bauträger österreichweit. Auch eine Expansion in den deutschen Markt ist geplant. Auch die Stadt Wien beschreibt Haus wie Projekt als Vorzeigebeispiel für nachhaltige energetische Gebäudesanierung.
Die nachhaltige Verschränkung von Ökonomie und Ökologie

Energiegemeinschaften erzeugen und nutzen gemeinsam Energie mit Fokus auf erneuerbare Energieformen. CANCOM Austria schafft eigene Energy-Community-Plattform für Vernetzung und Verwaltung für teilnehmende Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen.
Energiegemeinschaften sind für Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen ein innovatives Konzept zur nachhaltigen Umsetzung der Energiewende. Die gemeinsame, auch lokal-regionale Produktion, Nutzung und Teilung von erneuerbaren Energieformen ist ökonomisch und dazu aktiver Klimaschutz. Typisch ist ein Mehrparteienhaus mit einer Photovoltaik-Anlage.
Operativ gibt es erneuerbare Energiegemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG). EEG nutzen rein erneuerbare Energiequellen, sind lokal-regional beschränkt. Das steigert die Effizienz und reduziert Netzauslastung und Netzentgelte. Große Unternehmen sind von der Teilnahme ausgeschlossen.Keine Begrenzungen bei Bürgerenergiegemeinschaften
Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) unterliegen keiner geografischen Beschränkung, sind für jeden Zählpunkt in Österreich zugänglich. Es gibt keine Einschränkungen bei Energiequellen, auch größere Unternehmen können teilnehmen und dann etwa Strom aus eigenen Photovoltaikanlagen standortübergreifend nutzen.Für Betrieb und Verwaltung dieser Energiegemeinschaften hat der IT-Dienstleister CANCOM Austria eine digitale Energy-Community-Plattform entwickelt. „Inkludiert ist eine Verwaltungsebene mit individuellem Zugang für die Teilnehmer, die Schnittstellen zum Datenaustausch und eine Abrechnungsfunktion für das Erstellen von Rechnungen, Gutschriften und Reports“, so Jürgen Krammer, Produktmanager Energy Communites CANCOM Austria.
Über 100 Energiegemeinschaften setzen auf CANCOM-Plattform
Die Plattform wird bereits von über 100 Energiegemeinschaften in Österreich eingesetzt. Als weitere Vorteile gelten, dass Einspeiser wie Energiebezieher von meist günstigeren Strompreisen und staatlichen Vorteilen profitieren und die selbstbestimmten Preise unabhängiger von Preisschwankungen machen.Auch Nachhaltigkeit zählt. Der lokale Fokus reduziert die Netzauslastung und die erneuerbaren Energien den CO2-Ausstoß. Zählen tut auch der Gemeinschaftsgedanke. „Regionale Energiegemeinschaften fördern den sozialen Zusammenhalt. Die Teilnahme wird auch für Kleinunternehmen immer interessanter, da Bedingungen und Kosten längerfristig konstant und wirtschaftlich sind“, so Krammer von CANCOM Austria.
Ökologische Engagement fördert auch Kundenbindung und neue Geschäftsideen
Unternehmen können ihre EEG-Teilnahme zudem für Marketing und Image nutzen, das ökologische Engagement fördert Kundenbindung und neue Geschäftsideen. CANCOM Austria betreibt für ein steirisches Rechenzentrum auch selbst eine Energiegemeinschaft. Der Strom stammt dabei auch von bundesweit wohnenden Mitarbeitenden, die ihre selbst produzierte Energie zur Verfügung stellen.Die nächsten Entwicklungsschritte der Energy-Platform beinhalten die Digitale Signatur und intelligente Elemente wie Machine Learning. „Damit kann die Stromverteilung saisonal oder wetterabhängig gesteuert werden. All das beschleunigt die Energiewende und dazu verstehen Menschen Zusammenhänge von Energieerzeugung und ‑verbrauch besser — und passen ihr Verhalten an“, betont Jürgen Krammer von CANCOM Austria.
Die Frage der Schuld

Häufigster Grund für Privatkonkurs war Überschätzung der eigenen finanziellen Möglichkeiten und schlechtes Konsumverhalten, so der KSV 1870 in seiner Analyse für 2024. Generell belastet die Österreicher das weiterhin hohe Kostenniveau.
Bei über einem Drittel der Privatkonkurse ist „persönliches Verschulden“ und hier vor allem die Überschätzung der eigenen Leistungskraft und ein schlechtes Konsumverhalten die häufigste Ursache. Die ehemalige Selbständigkeit führt weiterhin bei rund einem Viertel in die Sackgasse.
Laut weiteren Erhebungen des Kreditschutzverbandes von 1870 (KSV) für 2024 sind die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise nur bei weniger als einem Prozent der Fälle die Hauptursache. Damit rückt nun für den KSV die Bedeutung von Finanzbildung zunehmend in den Fokus und zudem wird die Rückkehr zur 5‑jährigen Entschuldungsdauer für Privatpersonen gefordert.
Die nach wie vor hohen Kosten belasten die Österreicher
Die wirtschaftliche Lage der österreichischen Privathaushalte hat sich auch im Vorjahr nicht entspannt. Das anhaltend hohe Kostenniveau in Kombination mit einer nach wie vor erhöhten Inflationsrate von fast drei Prozent belastet die Österreicher unverändert. Die gestiegenen Kosten haben aber nicht zu einem sprunghaften Anstieg bei den Schuldenregulierungsverfahren geführt.Insgesamt wurden 2024 in Österreich 8.822 Privatkonkurse eröffnet, das ist Minus von 0,3 Prozent gegenüber 2023. Auffällig sind die Ursachen : Ein Drittel davon ist auf „persönliches Verschulden“ zurückzuführen. Das entspricht einem Zuwachs von 2,4 Prozentpunkten gegenüber 2023. Gemeint ist etwa die „Überschätzung der eigenen Leistungskraft sowie ein schlechtes Konsumverhalten bzw. ein generell schlechter Umgang mit Geld.
Finanzbildung als wesentlicher Hebel
Wie aus der KSV1870 Analyse hervorgeht, tritt „persönliches Verschulden“ bei unter-40-jährigen deutlich häufiger in Erscheinung als bei den über-40-Jährigen. „Die bewusste Verschuldung aufgrund eines überbordenden Konsums betrifft alle Altersklassen, ganz besonders aber die jüngeren Generationen. Bei Gericht sehen wir viele Menschen, die sich bereits früh in ihrem Leben mit einem derart großen finanziellen Rucksack belasten, den sie kaum noch bewältigen können“, erläutert erklärt Karl-Heinz Götze, Leiter KSV1870 Insolvenz.Angesichts dieser Entwicklung hat der KSV1870 seine Aktivitäten im Bereich der Finanzbildung weiter intensiviert und empfiehlt eine verstärkte Verankerung des Themas in den Lehrplänen. „Junge Menschen vor Verschuldung zu schützen, liegt uns besonders am Herzen. Nicht umsonst haben wir dieses Thema fest in unserer CSR-Strategie verankert“, so Götze. Seit Jahrzehnten informieren KSV-Experten über Risiken und klären über Folgen der Verschuldung auf.
Jede vierte Pleite wegen ehemaliger Selbständigkeit und die Corona-Krise
Als zweithäufigste Ursache (27 Prozent) gilt weiter eine ehemalige Selbständigkeit. Während Konsumschulden insbesondere bei Jüngeren massiv ins Gewicht fallen, wird eine ehemalige Selbständigkeit vor allem bei der Altersgruppe ab 40 Jahren deutlich häufiger als hauptsächlicher Insolvenzgrund genannt. Die Reduktion des Einkommens ist in 14 Prozent der Fälle die entscheidende Insolvenzursache.Die finanziellen Folgen der Corona-Krise waren im Vorjahr lediglich bei 0,7 Prozent Konkurs-Ursache. Laut KSV ist also die Pandemie „kein relevanter Faktor mehr für einen Privatkonkurs“. Im Jahr 2021 war dies aber zentraler Grund für eine neuerliche Änderung des an sich gut funktionierenden Insolvenzwesens. Und so wurde es „vielen Privatpersonen ermöglicht, sich bereits nach drei, statt bis zu diesem Zeitpunkt nach fünf Jahren zu entschulden“, so der KSV, der nun wieder die Rückkehr zur 5‑jährigen Entschuldungsdauer empfiehlt.
Tilgungsplan für ehemalige Unternehmer gedacht
Der KSV1870 setzt sich seit Jahrzehnten für die zweite Chance bei (redlichen) Unternehmern ein. Denn im Gegensatz zu „echten“ Konsumschuldnern sorgen redliche Unternehmer für Wertschöpfung, schaffen Arbeitsplätze und tragen damit ein ungleich höheres Risiko sowie eine deutlich höhere Verantwortung als Konsumenten. „Dass die EU dieses Thema adressiert hat, war sehr positiv und so war der Tilgungsplan von der EU vorrangig zur Entschuldung von ehemaligen Unternehmern gedacht“, sagt Götze.In Österreich wurde im Rahmen der Umsetzung auch Privatpersonen (befristet) Zugang gewährt. „Nachdem sich aber Privatkonkurse von ehemaligen Unternehmern fundamental unterscheiden — sowohl hinsichtlich der Schulden als auch der Insolvenzursachen — sollte dieses Verfahren, so wie ursprünglich gedacht, nur ehemaligen Unternehmern offenstehen“, unterstreicht Karl-Heinz Götze vom KSV 1870.
Unbezahlbare Grundstückspreise im Wiener Umland

Mit 1.250 Euro je Quadratmeter überholt Wohnpark Fontana die Stadt Perchtoldsdorf als bisherige Nummer bei Grundstückspreisen. Am anderen Ende der Skala für Niederösterreich liegt Ludweis-Aigen im Bezirk Waidhofen/Thaya mit 4 Euro. Generell steigen die Preise.
Das Wirtschaftsmagazin Gewinn hat sich österreichweit die aktuellen Grundstückspreise angeschaut und der Niederösterreichische Wirtschaftspressedienst speziell die Situation für Niederösterreich. Dabei gab es einen Wechsel an der Spitze im Gemeinde-Ranking bei den Grundstückspreisen für Einfamilienhäuser : Der Wohnpark Fontana in Oberwaltersdorf im Bezirk Baden hat die langjährige Nummer 1 Perchtoldsdorf überholt und ist jetzt mit 1.250 Euro für einen Quadratmeter Baugrund das teuerste Pflaster im Bundesland.
Über 1.000 Euro auch in Klosterneuburg, Bruck/Leitha, Baden und Mödling
Mit jeweils 1.200 Euro teilt sich Perchtoldsdorf den zweiten Platz ex aequo mit den Stadtzentren von Mödling und Klosterneuburg sowie deren Katastralgemeinde Weidling. Preise mit mehr als 1.000 Euro pro Quadratmeter werden auch für Baugrundtücke am Seegrund in Leopoldsdorf im Bezirk Bruck an der Leitha (1.150 Euro) sowie in Maria Enzersdorf und in der Hinterbrühl (jeweils 1.100 Euro) verlangt.1.000 Euro sind in den Klosterneuburger Lagen Ölberg und Buchenberg, in der Stadt Baden, in den Mödlinger Villengebieten sowie in Gießhübl zu bezahlen. Diese Zahlen zu den aktuell markt-gehandelten Grundstückspreise kommen aus Preisangaben von Gemeinden und Maklern, echten Kaufpreisdaten aus den Grundbüchern sowie Berechnungen der TU Wien. Das Wirtschaftsmagazin „Gewinn“ hat sie kürzlich veröffentlicht und der NÖ Wirtschaftspressedienst hat sich das Bundesland Niederösterreich genauer angeschaut.
Das untere Ende der Skala von 4 Euro im äußeren Waldviertel
In völlig anderen Dimensionen als im Wiener Speckgürtel bewegen sich die Grundstückspreise bei einem Blick auf Niederösterreichs Randlagen. 4 Euro kostet der Quadratmeter Baugrund in der Gemeinde Ludweis-Aigen im Bezirk Waidhofen an der Thaya. Billiger bekommt man ein Grundstück nirgendwo im Land.Im Waldviertel nur wenig teurer ist der Boden auch in der Gemeinde Langschlag mit 5 Euro pro Quadratmeter. 8 Euro zahlt man in Waldhausen, jeweils 9 Euro in Eggern, Eisgarn, Grafenschlag, Haugschlag und Japons. Die teuerste Gemeinde des Waldviertels beim Grunderwerb ist die Stadt Krems in den Lagen Weinzierl, Mitterau und Am Steindl mit bis zu 700 Euro pro Quadratmeter, gefolgt von den Wachau-Gemeinden Weißenkirchen mit 300 Euro und Dürnstein mit 279 Euro.
Die Schere zwischen billigen und teuren Grundstücken im Weinviertel
Auch im Weinviertel geht die Schere zwischen billigen und teuren Grundstücken weit auseinander. In den nahe der tschechischen Grenze gelegenen Kommunen Seefeld-Kadolz, Weitersfeld und Hardegg zahlt man für einen Quadratmeter Baugrund jeweils nur 10 Euro. Hingegen finden sich die teuersten Gemeinden für Grundkäufer im Bezirk Korneuburg : Hier führen Langenzersdorf und Gerasdorf mit ex aequo 900 Euro pro Quadratmeter das Ranking an, gefolgt von Bisamberg mit 850 Euro sowie Hagenbrunn mit 800 Euro.Im Mostviertel erstreckt sich die Bandbreite der Grundstückspreise von 20 und 25 Euro pro Quadratmeter, die in den Pielachtal-Gemeinden Puchenstuben und Schwarzenbach an der Pielach bezahlt werden, bis zu 300 Euro in der Bezirkshauptstadt Amstetten. Dort ist es im Zentrum, in der Parksiedlung und am Kreuzberg am teuersten. In Waidhofen/Ybbs sind bis zu 250 Euro zu bezahlen.
Die Preise in der Hauptstadt St. Pölten und im Industrieviertel
Im Zentralraum regelrecht explodiert sind die Grundstückspreise am Seegrund in Atzenbrugg, wo man für einen Quadratmeter Baugrund mittlerweile bis zu 600 Euro aufbringen muss, sowie in der Stadt Tulln mit 570 Euro. Interessant auch die Ergebnisse aus der NÖ Landeshauptstadt St. Pölten. Hier kann man einen Quadratmeter Baugrund um 150 Euro am billigsten in den Stadtteilen Ratzersdorf und Pottenbrunn kaufen. Am Eisberg und am Kupferbrunnberg hingegen geht das Preisband bis zu 450 Euro hinauf.Im Industrieviertel kostet ein Quadratmeter Baugrund für ein Ein- oder Zweifamilienhaus nur 19 Euro im Gemeindegebiet von Schwarzenbach in der Buckligen Welt. Hingegen werden in der Stadt Wiener Neustadt im Ungarviertel schon bis zu 460 Euro verlangt. Am Flugfeld sind es maximal 330 Euro.
„Effizienzgewinn und Kostenersparnis zeigt dann die Energierechnung“

Neue Spielregeln in Heizungsbranche durch neue EU-Verordnung. Martin Kloboucnik, Geschäftsführer vom Klima- und Heiztechnikspezialisten WOLF, zu Herausforderungen für die Branche, warum natürliche Kältemittel wie Propan die Zukunft sind und welche Chancen sich ergeben.
Economy : Die EU-F-Gase-Verordnung verändert die Spielregeln in der Heizungsbranche, insbesondere beim Thema Wärmepumpen. Welche Herausforderungen ergeben sich durch die Umsetzung der Verordnung ?
Martin Kloboucnik : Die größte Herausforderung liegt in der technologischen Umstellung. Die neue F‑Gase-Verordnung verlangt einen schrittweisen, aber konsequenten Ausstieg aus klimaschädlichen Kältemitteln. Das betrifft viele bisher verwendeten Mittel (Anm. HFKW wie R410A oder R134a), die in der Wärmepumpentechnik weit verbreitet waren und jetzt muss sich die Industrie auf natürliche Alternativen wie Propan (Anm. R290) umstellen. Das bedeutet neue Sicherheitskonzepte, neue Bauteile und neue Prozesse.Was beinhaltet das noch ?
Wir brauchen eine entsprechende flächendeckende Aus- und Weiterbildung und das flächendeckend ! Propan R290 ist ein brennbares Kältemittel, das zwar sehr sicher eingesetzt werden kann, aber Fachkenntnisse erfordert und das erstreckt sich von Planung über Installation bis zur Wartung. Die Schulung der Installateure und Servicetechniker wird ein zentraler Erfolgsfaktor.Braucht es nicht auch entsprechende Information an die Kunden ?
Absolut. Marktkommunikation und Akzeptanz ist ebenso ein zentrales Thema. Viele Endkunden wissen noch nicht, was die Verordnung für sie bedeutet, oder sie haben Bedenken wegen des neuen Kältemittels. Es braucht Aufklärung, dass Propan R290 nicht nur ökologisch sinnvoll ist, sondern auch hocheffizient, langlebig und zukunftssicher.Wie können Unternehmen und politische Entscheidungsträger gemeinsam daran arbeiten, die Ziele der Verordnung zu erreichen ?
Wir brauchen ein Zusammenspiel aus kluger Regulierung, technologischer Innovation und gezielter Förderung. Die Politik kann viel bewirken, wenn sie verlässliche Rahmenbedingungen schafft, etwa durch standardisierte Normen für Sicherheitsabstände oder durch beschleunigte Zulassungsverfahren für neue Gerätetypen mit natürlichen Kältemitteln.Was muss Förderung abbilden ?
Einmal Fördermodelle, die den Wechsel erleichtern. Zum Beispiel durch Bonusprogramme für besonders effiziente Wärmepumpen mit natürlichen Kältemitteln. Auch die Unterstützung von Schulungsprogrammen, etwa für Lehrlingsausbildung oder Umschulung, kann die Umstellung beschleunigen.Was muss die angesprochene Innovation beinhalten ?
Von Seiten der Unternehmen braucht es die klare Bereitschaft, in Forschung, Entwicklung und Qualität zu investieren. Die Technologie ist reif, aber sie muss auch flächendeckend verfügbar sein. Wer frühzeitig umstellt, profitiert nicht nur regulatorisch, sondern auch wirtschaftlich.All die angeführten Themen sind mit Kosten verbunden. Mit welchem Mehrkostenaufwand ist für Unternehmen im Zuge der Umstellung zu rechnen ?
Die Umstellung bringt im ersten Schritt Mehrkosten von etwa 10 bis 15 Prozent auf Produktebene mit sich. Das ist ein realistischer Richtwert aus heutiger Sicht. Die Gründe dafür sind vielfältig : R290 erfordert andere Verdichter, spezielle Ventile, zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und auch die Fertigungsprozesse müssen angepasst werden.Wie verhält sich das Thema Kosten dann im praktischen Betrieb ?
Diese Mehrkosten sind nicht dauerhaft. Mit zunehmender Stückzahl, Erfahrung und Standardisierung sinken die Kosten. Schon heute sehen wir, dass sich die Preise von R290-Wärmepumpen jenen mit synthetischen Kältemitteln annähern. Im Betrieb ist R290 deutlich günstiger. Das Kältemittel selbst ist preiswert und nicht quotiert. Zudem entfallen künftige Abgaben oder Einschränkungen, die bei fluorierten Kältemitteln wahrscheinlich sind.Wie zeigt sich die gesteigerte Effizienz in den Anlagen, etwa in konkreten Kennzahlen oder Betriebskosteneinsparungen ?
Wärmepumpen mit R290 gehören heute zur effizientesten Gerätetechnologie am Markt. Viele unserer Geräte erreichen die Effizienzklasse A+++, was sich in sehr hohen Jahresarbeitszahlen (JAZ) und COP-Werten über 4 niederschlägt. Das heißt : Aus 1 kWh Strom erzeugt die Wärmepumpe 4 kWh Wärme.Wie schaut dieses Kosten-Verhältnis im Vergleich zu Gas oder Öl aus ?
Die Energieeinsparung im Vergleich zu Gas oder Öl kann bei über 50 Prozent liegen. Propan ermöglicht zudem hohe Vorlauftemperaturen bis 75 °C und das macht die Geräte auch für Sanierungen und Altbauten interessant, weil keine Fußbodenheizung notwendig ist. Der Gewinn bei Effizienz und die Kosteneinsparungen sind also nicht nur auf dem Papier messbar, sondern auch auf der Stromrechnung sichtbar.Welche Auswirkungen hat die Umstellung auf die Umweltbilanz Ihrer Wärmepumpen im Vergleich zu bisherigen Systemen ?
Enorme. Die Umweltbilanz verbessert sich gleich in zwei entscheidenden Bereichen. Als erstes bei den direkten Emissionen : Propan hat ein GWP (Anm. Global Warming Potential) von nur 3 – im Vergleich zu über 600 bei den bisher verwendeten Mitteln R32 und über 2000 bei R410A. Und bei den indirekten Emissionen wird durch die höhere Effizienz der Systeme weniger Strom benötigt. Und das wirkt sich positiv auf die gesamte CO₂-Bilanz aus, insbesondere in Kombination mit erneuerbarem Strom.Abschließend noch das Thema Verträglichkeit, wir reden hier von Chemikalien
Martin Kloboucnik : Propan ist frei von den sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ (Anm. zB. PFAS), die sich in Umwelt und Körper anreichern. Das ist daher auch ein gesundheitspolitisches Thema – und damit ein weiterer starker Pluspunkt für natürliche Kältemittel.
Über WOLF Österreich
Die WOLF Klima- und Heiztechnik GmbH mit Sitz in Linz zählt österreichweit zu den führenden Anbietern von Heizungs‑, Lüftungs- und Klimasystemen. Das 1974 gegründete familiengeführte Unternehmen mit rund 125 Mitarbeitenden und einem Jahresumsatz von etwa 33 Millionen Euro (Stand 2023) vereint Vertrieb, Montage und Service unter einem Dach. Der Fokus liegt auf Energieeffizienz und nachhaltige Gebäudetechnik für klimabewusstes Bauen und Sanieren in ganz Österreich.Innovation und konsequente Qualitätsorientierung
Innovation und konsequente Qualitätsorientierung ist für das Unternehmen kontinuierlicher Auftrag. Ein Meilenstein war etwa die frühe Einführung der CHA-Monoblock-Wärmepumpe mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan) im Jahr 2019. Damit war WOLF eines der ersten Unternehmen, das sich klar für klimafreundliche Kältemittel in der Heiztechnik positionierte.
Lüftungssysteme und maßgeschneiderte Gesamtlösungen
Weitere Schwerpunkte sind zentrale Lüftungssysteme, Großanlagen für Gewerbe und Industrie sowie maßgeschneiderte Gesamtlösungen für anspruchsvolle Bauprojekte. Aktuelle Referenzprojekte sind das neue Haus der Wirtschaft der Wirtschaftskammer in Linz oder die Revitalisierung der Lüftungsanlage im Wiener Rathaus. Das LKH Amstetten, die Tabakfabrik in Linz, die Firmen Pollmann oder Agrana sowie die Museen Albertina und Belvedere, die Wiener Staatsoper oder der Austria Campus in Wien sind weitere Referenzbeispiele.
Innovation verschränkt Ökonomie und Ökologie

Energy Communities erzeugen und nutzen gemeinsam Energie mit Fokus auf erneuerbare Energieformen. Eine von CANCOM Austria entwickelte Energy-Platform steuert Vernetzung und Verwaltung für teilnehmende Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen.
Energiegemeinschaften sind für Kommunen, Unternehmen und Privatpersonen ein innovatives Konzept zur nachhaltigen Umsetzung der Energiewende. Die gemeinsame, auch lokal-regionale Produktion, Nutzung und Teilung von erneuerbaren Energieformen wie Solar, Wind- und Wasserkraft oder Biomasse ist ökonomisch und ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz. Typisches Beispiel ist ein Mehrparteienhaus mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Dach.
Es gibt zwei Typen von Energiegemeinschaften : erneuerbare Energiegemeinschaften (EEG) und Bürgerenergiegemeinschaften (BEG). EEG nutzen ausschließlich erneuerbare Energiequellen. Sie sind räumlich beschränkt, organisiert als lokale-regionale Gemeinschaft. Die räumliche Nähe steigert die Effizienz und reduziert die Netzauslastung. Teilnehmer profitieren dabei auch von einer Reduktion der Netzentgelte. Große Betriebe sind von der Teilnahme an EEG ausgeschlossen.Betrieb und Verwaltung
Bürgerenergiegemeinschaften (BEG) unterliegen keiner geografischen Beschränkung und sind somit für jeden Zählpunkt in Österreich zugänglich. Da die komplette Nutzung des Stromnetztes möglich ist, entfällt eine Reduktion der Netzgebühren für die teilnehmenden Mitglieder. Im Gegensatz zu den EEG gibt es bei den BEG keine Einschränkungen bei den genutzten Energiequellen und auch größere Unternehmen können teilnehmen. Diese profitieren etwa durch die Möglichkeit, Strom aus unternehmenseigenen Photovoltaikanlagen standortübergreifend zu nutzen.Für Betrieb und Verwaltung dieser Energiegemeinschaften hat der IT-Dienstleister CANCOM Austria eine eigene digitale Energy-Community-Plattform entwickelt. „Inkludiert ist eine Verwaltungsebene mit individuellem Zugang für die Teilnehmer, die erforderlichen Schnittstellen für den Datenaustausch und eine Abrechnungsfunktion für das Erstellen von Rechnungen, Gutschriften und Reports“, erklärt Jürgen Krammer, Produktmanager Energy Communites CANCOM Austria.
Lokaler Gemeinschaftsgedanke
Die Plattform wird bereits von über 100 Energiegemeinschaften in Österreich eingesetzt. Als weitere Vorteile gelten, dass Einspeiser wie Bezieher von Energie von zumeist günstigeren Strompreisen und staatlichen Vorteilen profitieren und durch die selbstbestimmte Preissetzung auch unabhängiger von Preisschwankungen werden.Auch Nachhaltigkeit ist ein Thema. Durch den lokalen Fokus wird die Netzauslastung verringert und die erneuerbaren Energien reduzieren den CO2-Ausstoß. Neben den wirtschaftlichen und ökologischen Vorteilen, zählt auch der Gemeinschaftsgedanke. „Energiegemeinschaften fördern durch ihre regionale Wirkungsweise den sozialen Zusammenhalt. Die Teilnahme wird auch für Kleinunternehmen immer interessanter, da Bedingungen und Kosten längerfristig konstant und wirtschaftlich sind“, so Krammer von CANCOM Austria.
Marketing und Wertschöpfung
Neben dem wirtschaftlichen Nutzen können Unternehmen ihre EEG-Teilnahme auch für Marketing und die gesellschaftliche Unternehmensverantwortung (CSR) nutzen. Das ökologische Engagement fördert zudem Kundenbindung und neue Geschäftsideen. CANCOM Austria betreibt für ein Rechenzentrums im steirischen Kapfenberg auch selbst eine Energiegemeinschaft. Der Strom stammt dabei auch von bundesweit wohnenden Mitarbeitenden, die ihre selbst produzierte Energie zur Verfügung stellen.Die nächsten Entwicklungsschritte der Energy-Platform beinhalten die Digitale Signatur und intelligente Elemente wie Machine Learning. „Damit kann die Stromverteilung saisonal oder wetterabhängig gesteuert werden. All das beschleunigt die Energiewende und dazu verstehen Menschen Zusammenhänge von Energieerzeugung und ‑verbrauch besser — und passen ihr Verhalten an“, betont Jürgen Krammer von CANCOM Austria.
Weniger Internet-Betrug und mehr Cybercrime

Wirtschaftskriminalität via Internet geht in Niederösterreich zurück. Cyberattacken mit Hacking oder Pishing steigt dafür im Jahresvergleich um über 20 Prozent.
In Niederösterreich geht die Wirtschaftskriminalität wo das Internet als Tatwerkzeug zum Einsatz kommt, zurück. 2024 sind laut Angaben der Landespolizeidirektion NOe 5.753 Straftaten zur Anzeige gebracht worden, die als Internetbetrug zu werten sind. Das waren um 509 Anzeigen oder rund acht Prozent weniger als im Jahr davor.
Nach einer Analyse des NÖ Wirtschaftspressedienstes ist 2024 auch die Internetkriminalität im weiteren Sinn zurückgegangen. Die Zahl derartiger angezeigter Fälle ist im Vorjahr um 230 oder rund zwei Prozent auf 9.808 gesunken. Die Anzahl der Anzeigen im Kontext mit Cybercrime im engeren Sinne, etwa Hacker-Attacken auf Server von Gemeinden, belaufen sich für 2024 auf 2.520. Das war eine Zunahme um 460 Fälle oder rund 22 Prozent.
Die Realität einer modernen Gesundheitsökonomie

Ein sicheres und souverändes Datenmanagement für ein zukunftsfähiges Gesundheitsökosystem und die eigene Gesundheit auf Abruf in unserer Hosentasche, gesichert und kontrolliert. Ein Expertenkommentar von Peter Lenz, Managing Director T‑Systems Austria.
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens nimmt Fahrt auf — eine längst fällige Notwendigkeit. Auch die neue Regierung will das weiter vorantreiben und dazu gehört die Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitsakte ELGA oder des Impfpasses. Das soll die Patientenversorgung verbessern und Abläufe effizienter gestalten. Die Digitalisierung des Sektors geht aber über diese Schritte hinaus — mit dem Potenzial für ein zukunftsfähiges Gesundheitsökosystem und dafür braucht es ein sicheres und souveränes Datenmanagement.
Ein zentrales Thema ist dabei die Kontrolle über unsere Gesundheitsdaten und das inkludiert den Speicherort sowie Verarbeitung und Nutzung. Wenn dafür internationale Unternehmen außerhalb Europas zuständig sind, verlieren wir die Kontrolle über deren Verwendung und wer Zugang zu diesen Informationen bekommt.
Datensicherheit und Kontrolle
Der sicherste und verantwortungsvollste Ansatz wäre daher, die Daten in europäischen oder idealerweise österreichischen Rechenzentren zu speichern, die strengeren Datenschutzvorgaben unterliegen. Ebenso entscheidend ist der Schutz dieser Daten, der durch Verschlüsselung, sichere Authentifizierung und regelmäßige Sicherheitsprüfungen gewährleistet werden kann. Als T‑Systems fokussieren wir uns genau auf diese Aspekte mit Lösungen, die eine sichere und souveräne Datenhaltung garantieren.Die Digitalisierung bietet enorme Chancen, um die Versorgung der Patienten zu verbessern und gleichzeitig die Effizienz zu steigern. Schon heute könnte ein kontrollierter, aber vereinfachter Zugriff auf die Gesundheitsdaten für alle Beteiligten große Fortschritte bringen — von Ärzten bis Patienten. Doch das ist erst der Anfang. Viele sammeln bereits Gesundheitsdaten über Apps oder Wearables. Derzeitige Digitalisierungsinitiativen im Gesundheitswesen konzentrieren sich jedoch nur auf einzelne Aspekte und bieten kein ganzheitliches Bild der Gesundheitsdaten.
Vernetzt und effizient
Eine zukunftsfähige Gesundheitsplattform könnte über ELGA hinausgehen und weitere wichtige Informationen wie Reha-Daten, Pulsmessungen oder Blutzuckerwerte integrieren — mit dem Ziel, ein umfassendes Gesundheitsprofil eines jeden Menschen zu erstellen. Für Predictive Health, die frühzeitige Erkennung von Krankheiten und die präventive Gesundheitsvorsorge können sich so viele Möglichkeiten und Vorteile ergeben. T‑Systems fördert diesen Wandel durch Konzepte für ein ganzheitliches und sicheres Ökosystem.Damit diese Vision des Gesundheitswesens Realität werden kann, müssen wir heute die Voraussetzungen für die sichere und verantwortungsvolle Nutzung unserer Daten schaffen. Erforderliche Technologien für digitale Gesundheitsplattformen, KI-gestützte Diagnosen und Telemedizin sind verfügbar. Die Zukunft des Gesundheitswesens beginnt daher jetzt. Sie lässt sich jedoch nicht nur in einer Hosentasche unterbringen — sie verlangt eine durchdachte Strategie, die Datensicherheit, Interoperabilität und den Nutzen für Patienten und Fachkräfte gleichermaßen in den Vordergrund stellt.
„Wer sich emotional gebunden fühlt, kündigt seltener“

Menschliche und emotionale Aspekte bekommen im Kontext mit dem Thema Mitarbeiterbindung eine immer größere Bedeutung. Ronny Leber, erfahrener Executive-Coach, erläutert im Gespräch mit economy Strategien im Umgang zwischen Unternehmen und ihren MitarbeiterInnen.
Economy : Was sind erfahrungsgemäß wichtige Rituale, die zu einer starken Bindung von MitarbeiterInnen beitragen ?
Ronny Leber : Es geht um Emotionen. Aus meiner Erfahrung mit internationalen Unternehmen gehört etwa ein emotionales Willkommensritual am ersten Arbeitstag dazu. Das Unternehmen John Deere bereitet für neue Mitarbeitende den Arbeitsplatz schon vor dem ersten Tag perfekt vor : persönliche Willkommensschilder, kleine Aufmerksamkeiten am Arbeitsplatz und ein erfahrener Kollege, der durch den ersten Tag führt. Dadurch entsteht sofort eine emotionale Bindung, ein echtes Zugehörigkeitsgefühl und Wertschätzung vom ersten Tag an.Gibt es noch andere Beispiele ?
Ein neuer Mitarbeiter muss spüren, dass er persönlich wertgeschätzt und willkommen ist und das erreicht man auch über regelmäßige Anerkennungsrituale für kleine und große Erfolge. Ein gutes Beispiel dafür ist die Hotelgruppe Ritz-Carlton. Dort findet jeden Tag ein sogenanntes „Daily Line-Up“ statt – ein kurzes, gemeinsames Treffen, bei dem Erfolge geteilt und Mitarbeitende hervorgehoben werden, die Besonderes geleistet haben. Ähnliches macht HubSpot mit ihrem sogenannten „Champagner-Moment“, wo das Team jeden gewonnenen Kunden gemeinsam feiert. Das schafft regelmäßige Momente des Stolzes, der Gemeinschaft und emotionaler Bindung.Welche Rolle können Führungskräfte spielen ?
Es braucht persönliche und authentische Wertschätzungsrituale durch die Führungskraft. Besonders wirkungsvoll sind hier Rituale, die nicht standardisiert, sondern individuell und authentisch sind. Ein Beispiel dafür können handschriftliche Dankesbriefe sein, die Führungskräfte spontan an Mitarbeitende verschicken, wenn diese etwas Besonderes geleistet haben. Solche authentischen, persönlichen Rituale wirken emotional besonders stark, da Mitarbeitende merken, dass ihre Arbeit individuell gesehen und wertgeschätzt wird.Gibt es umgekehrt Rituale, die Ihrer Meinung nach nicht mehr zeitgemäß sind ?
Ja, meiner Meinung nach sind Rituale nicht mehr zeitgemäß, die lediglich oberflächliche, unpersönliche Standardlösungen darstellen oder deren Sinn nicht mehr klar erkennbar ist. Beispielsweise der klassische Obstkorb oder ähnliche generische Maßnahmen. So was wird heute häufig eher als selbstverständlich oder lieblos wahrgenommen, gerade wenn sie ohne echten Bezug zum Team oder zum Unternehmenszweck eingesetzt werden. Mitarbeitende erwarten heute mehr persönliche und individuelle Wertschätzung als generische Goodies.Gibt es noch andere nicht mehr passende Formen ?
Ja, verpflichtende soziale Events außerhalb der Arbeitszeit. Gerade in einer Zeit, in der Work-Life-Balance und Flexibilität großgeschrieben werden, wirken verpflichtende „After-Work“-Events oft eher demotivierend. Sinnvoller sind freiwillige Angebote, bei denen Mitarbeitende eigenständig entscheiden können, ob und wie sie teilnehmen wollen. Auch rein gewohnheitsbedingte Meetings ohne klare Zielsetzung sollten neu ausgerichtet oder abgeschafft werden, da sie eher als „Zeitfresser“ wahrgenommen werden.Welchen Stellenwert haben Rituale bei Unternehmen in Zeiten von hybriden Arbeitsmodellen ?
Rituale haben gerade jetzt in Zeiten von hybriden Arbeitsmodellen enorm an Bedeutung gewonnen, weil sie das Gemeinschaftsgefühl auch über räumliche Distanz hinweg aufrechterhalten. Ein Beispiel sind regelmäßige virtuelle Check-ins, sogenannte „Wins-of-the-Week“-Runden, wo Mitarbeitende wöchentlich ihre Erfolge teilen und gemeinsam feiern können. Solche Rituale schaffen regelmäßig emotionale Verbindungsmomente, egal von wo aus Mitarbeitende teilnehmen.Was gilt es bei Ritualen zu beachten ?
Gerade weil das Team sich seltener persönlich sieht, werden reale Treffen noch wertvoller und sollten besonders bewusst gestaltet werden. Beispielsweise jährliche oder halbjährliche Team-Retreats oder besondere Workshop-Tage, bei denen das gemeinsame Erlebnis, das persönliche Miteinander und die Unternehmenskultur im Fokus stehen. Rituale sind in hybriden Teams keine reine „Nice-to-have“-Maßnahme mehr, sondern entscheidend, um langfristig die emotionale Bindung ans Unternehmen und den Zusammenhalt innerhalb des Teams zu stärken.Wie kann ich neue Mitarbeitende durch Rituale schneller ins Team und in die Unternehmensprozesse einführen ?
Neue Mitarbeitende profitieren besonders von gezielten Ritualen, die ihnen helfen, sich emotional und fachlich schneller zurechtzufinden. Ein Beispiel ist ein ganz bewusst gestalteter erster Arbeitstag („First-Day-Experience“), etwa mit einem Willkommensmeeting mit dem gesamten Team, wo sich jeder kurz vorstellt und den neuen Kollegen herzlich willkommen heißt. Ergänzend persönliche Gesten, wie vorbereitete Arbeitsplätze, Willkommensgeschenke oder einen klaren Ansprechpartner, der emotional und fachlich unterstützt.Welche Bedeutung können Mentoren haben ?
Die sogenannten Mentoren- oder Buddy-Rituale sind ein wichtiger Punkt.Ein erfahrener Kollege begleitet den neuen Mitarbeitenden gezielt über mehrere Wochen und integriert ihn in bestehende Unternehmensrituale, wie Team-Meetings, Feedback-Gespräche oder Projektmeetings. Dadurch wird nicht nur die soziale Integration, sondern auch der fachliche Einstieg erleichtert. Generell ist eine frühzeitige Einbindung in bestehende Rituale zielführend.Firmenrituale gelten zunehmend als Geheimwaffe gegen Kündigungen. Warum ist das so ?
Firmenrituale schaffen starke, emotional verbindende Momente und eine authentische Unternehmenskultur. Mitarbeiter verlassen selten ein Unternehmen, sondern meist ein Umfeld, in dem sie sich nicht gesehen, wertgeschätzt oder emotional verbunden fühlen. Rituale wirken genau an dieser Stelle, denn sie schaffen wesentliche Bindungsfaktoren, die Kündigungen stark reduzieren.Was gehört zu diesen Bindungsfaktoren ?
Eben genau diese emotionale Zugehörigkeit. Menschen wollen sich nicht nur als „Arbeitskraft“, sondern als wichtiger Teil einer Gemeinschaft fühlen. Rituale wie gemeinsame Feiern von Erfolgen, regelmäßige Anerkennung und gemeinsame Erlebnisse führen dazu, dass Mitarbeitende eine starke emotionale Verbundenheit zur Firma und zu ihren Kollegen empfinden. Im Effekt bedeutet das : Wer sich emotional gebunden fühlt, kündigt wesentlich seltener, da eine tiefe emotionale Verbindung entsteht, die über reine Bezahlung oder andere oberflächliche Faktoren hinausgeht.Was ist hier noch erwähnenswert ?
Das Thema persönliche Wertschätzung. Durch gezielte Rituale wie persönliche Begrüßungen, authentische Anerkennung durch Führungskräfte oder individuelles Onboarding erleben Mitarbeitende direkt und regelmäßig, dass sie individuell wahrgenommen, geschätzt und anerkannt werden. Auch das erzeugt einen Effekt : Mitarbeiter, die persönliche Wertschätzung erleben, haben höhere Loyalität, größere Motivation und identifizieren sich emotional stärker mit dem Unternehmen. Dadurch wird ihre Bereitschaft zur Kündigung deutlich verringert.Welche Bedeutung hat das Thema Identifikation ?
Sinnstiftung und Identifikation heißt etwa, dass regelmäßige Rituale vermitteln können, wofür ein Unternehmen steht, welche Werte es lebt und warum der Beitrag jedes Einzelnen Sinn ergibt. Durch klar definierte Rituale wie tägliche Stand-Ups, bei denen Erfolge geteilt werden oder ein wöchentliches Team-Ritual, entsteht eine Sinnstiftung, die weit über monetäre Anreize hinausgeht. Auch hier gibt es den Effekt, dass Mitarbeitende damit den Sinn ihrer Arbeit regelmäßig erleben und eben eine tiefere Identifikation und ein Commitment entwickeln. Sinnhaftigkeit reduziert Frustration, erhöht Zufriedenheit und senkt die Wahrscheinlichkeit, das Unternehmen zu verlassen.Können Sie eine zusammenfasssende Definition von Firmenritualen nennen ?
Rituale im Business sind bewusst gestaltete, regelmäßige Handlungen, die emotionale Verbundenheit, Sinnhaftigkeit und Wertschätzung erlebbar machen. Sie verwandeln Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in begeisterte Fans und schaffen jene magischen Momente, die Menschen langfristig ans Unternehmen binden.Gibt es neben den eingangs genannten Firmen Riz Carlton und HubSpot noch weitere Beispiele für erfolgreiche Rituale ?
Ja, etwa LEGO mit regelmäßigen „Play Days“ für Mitarbeiter. Da können diese selbst kreativ mit LEGO-Steinen spielen, neue Ideen ausprobieren und den Kernwert „Spiel“ hautnah erleben. Im Effekt wird die emotionale Verbundenheit zur Marke gestärkt, Kreativität gefördert sowie Teamzusammenhalt und Innovation, und zudem wird diese spielerische Leichtigkeit auf die Kundenkommunikation übertragen. Auch Southwest Airlines ist zu nennen, wo Flugbegleiter Durchsagen humorvoll und unterhaltsam gestalten dürfen. Das schafft eine lockere, menschliche Atmosphäre an Bord, baut emotionale Verbindung auf, reduziert Stress und macht Flüge zu erinnerungswürdigen Erlebnissen für Passagiere.„Es geht ihnen nicht gut.“

Psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen. Eltern überschätzen Resilienz ihrer Kinder. Umfassende Studie der Med Uni Innsbruck startet nächste Befragungsrunde.
Im Rahmen der Post-Covid Kinderstudie, die vom Land Tirol finanziert und von der Medizinischen Universität Innsbruck durchgeführt wird, antworteten letzten Herbst fast 1000 Tiroler Eltern, Kinder und Jugendliche. Der Fokus lag primär auf dem Thema Resilienz bzw. Widerstandfähigkeit. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Kinder und Jugendlichen weniger resilient empfinden als Eltern annehmen. Nun beginnt in Tirol die nächste Befragungsrunde für Eltern, Kinder und Jugendliche (siehe Link).
Spürbare Belastungen bei Kindern und Jugendlichen
„Die Belastungen bei den Kindern und Jugendlichen sind spürbar und schlagen sich im psychischen Befinden nieder. Es geht ihnen nicht gut.“ Kurz und knapp fasst Kathrin Sevecke, Direktorin der Univ.-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, die Ergebnisse der zweiten Erhebung der Post-Covid Kinderstudie zusammen. Die Untersuchung, die bereits während der Pandemie regelmäßig stattfand, kann dank der Finanzierung durch das Land Tirol bis Dezember 2025 fortgeführt werden.„Als Gesundheitslandesrätin ist mir die psychische Gesundheit unserer Kinder und Jugendlichen ein besonderes Anliegen. Die Ergebnisse dieser Forschungsarbeit helfen uns, die Angebotssituation im Land Tirol fundiert zu beleuchten, daher hat das Land Tirol die Verlängerung der Studie bis Dezember 2025 genehmigt“, sagt Cornelia Hagele, zuständige Landesrätin. Nach einer ersten Befragung in der Verlängerungsphase im Herbst 2023, liegt nun die Auswertung der Fragebögen von September/Oktober 2024 vor.
Mädchen berichteten mehr von Depression als Buben
Insgesamt analysierten die ExpertInnen unter der Leitung von Silvia Exenberger (Klinische und Gesundheitspsychologin) 953 Fragebögen.
154 Elternteile von drei- bis sechsjährigen Kindern und 417 Elternteile von Sieben- bis 17-Jährigen beantworteten online und anonymisiert Fragen zu Ängsten, störendem Sozialverhalten, Depression, Trauma und der Resilienz ihres Nachwuchses.298 Kinder (sieben bis zwölf Jahre) und 84 Jugendliche (13 bis 17 Jahre) machten in einem an sie angepassten, auch anonymisierten Fragebogen ihre Angaben. 130 Kinder an rund 20 Schulen nahmen bereits an einer Kurzintervention zur Stärkung der psychischen Widerstandsfähigkeit teil.
Besonders bemerkenswert ist laut Exenberger, wie weit die Wahrnehmungen von Eltern – vorwiegend nahmen Mütter an der Untersuchung teil – und Kindern zum Teil auseinandertriften : So zeigten die Elternberichte hinsichtlich der Störungsbilder für Trauma, Angststörung und Depression keine Geschlechtsunterschiede zwischen Mädchen und Buben. Die Darstellungen der Kinder und Jugendlichen selbst ergaben ein anderes Bild : Mädchen berichteten mehr von Depression als Buben.
Eltern überschätzen ihre Kinder
Bezeichnend ist aber vor allem die unterschiedliche Einschätzung von Erwachsenen und ihrem Nachwuchs in Bezug auf dessen Resilienz : „Kinder schätzten ihre eigene Resilienz im Mittel niedriger ein, als Eltern. Diese nahmen sich wiederum als fürsorglicher wahr, als die Kinder das empfanden“, schildert Exenberger. Die Kinder/Jugendlichen gaben an, dass ihre Eltern oder nahen Bezugspersonen sie nicht besonders gut kennen würden und sie nicht mit ihnen über ihre Gefühle sprechen könnten.„Vielleicht signalisieren Eltern ihre Unterstützung nicht deutlich genug oder sie nehmen es nicht ausreichend wahr, wenn die Kinder signalisieren, dass sie Unterstützung möchten“, mutmaßt Silvia Exenberger. Es könne helfen, direkt auszusprechen, dass man für die Kinder da ist und zu zeigen, dass man bei Problemen „nicht gleich ausflippt“. „Die Eltern überschätzen ihre Kinder. Die Tatsache, dass sich die Kinder als weniger resilient einschätzen, ist Ausdruck davon, dass sie Belastungen spüren und das Gefühl haben, nicht mit allem zurechtzukommen“, interpretiert Kathrin Sevecke die Studienergebnisse.
Einfache Maßnahmen stärken Resilienz
Kinder/Jugendliche, deren Familien in finanziellen Schwierigkeiten steckten, gaben außerdem an, dass sie sich weniger resilient fühlen. Bei höherem Familienwohlstand nahmen sie sich als resilienter wahr. Insgesamt berichteten Mädchen von einer höheren Resilienz. Das deckt sich mit der Wahrnehmung der Eltern, die Mädchen ebenfalls als resilienter einschätzten. Bei den Buben stellten die Eltern – nur sie wurden zu diesem Aspekt befragt – außerdem mehr Störungen im Sozialverhalten fest.„Ein Eckpfeiler von Resilienz ist kreative Problemlösung. Wir führen etwa mit den Kindern eine einfache Einmal-Intervention durch. Die Übungen sind auch für Erwachsene sinnvoll“, erklärt Exenberger. Übungsbeispiel : Deine Eltern wollen wegfahren und du sollst mitkommen. Du möchtest aber zu einer Geburtstagsparty gehen. Stelle dir eine Person vor, die du besonders kreativ findest und die Probleme anders angeht als du. Nimm die Perspektive dieser Person ein. Welche Lösungswege findest du ? „Es geht darum, ganz schnell kreativ zu reagieren, die gewohnten Wege zu verlassen und einen kognitiven Umweg zu machen“, regt die Expertin an.
Psychische Störungen und Erkrankungen nehmen zu
Klinischen Studien zufolge nehmen die psychischen Störungen und Erkrankungen in der Allgemeinbevölkerung zu. „Damit einher geht ein Anstieg der psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die Belastungen sind da und es gibt derzeit keinen Anlass zur Annahme, dass es zu einem Rückgang kommen sollte“, sagt Sevecke. Wichtig ist ihr, die Pandemie und die damaligen Begleitumstände nicht als alleinige Ursache für die anhaltende Belastung heranzuziehen.„Die Pandemie ist nur ein Faktor von vielen. Es sind Multiprobleme. Der Trend geht zu komplexeren Fällen und langwierigen Krankheitsgeschichten“, so Sevecke. Die Studienlage zeige beispielsweise auch, dass ein hoher Instagram-Konsum mit einer höheren Wahrscheinlichkeit von Essstörungen und Depressionen einhergeht.
Apps zur Kindersicherung können Privatsphäre gefährden

Eltern verwenden oftmals Apps um Sicherheit und Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen. Einige Angebote könnten nun das genaue Gegenteil bewirken, so eine aktuelle Erhebung von University College London (UCL) und FH St. Pölten.
Bis zu 80 Prozent der Eltern verwenden Apps, um die Sicherheit und Privatsphäre ihrer Kinder zu schützen. Die Apps bieten verschiedene Funktionen und das reicht von der Beschränkung der Online-Zeit der Kinder und der Inhalte, die sie sehen können, bis hin zur Aktivitätsüberwachung und Standortverfolgung. Eine Studie hat nun „offizielle“ Apps zur Kindersicherung, die im Google Play Store verfügbar sind, mit „sideloaded“ oder „inoffiziellen“ Apps zur Kindersicherung verglichen, die aus anderen Quellen erhältlich sind.
Heimliches Ausspionieren
In Summe wurden 20 sideloaded Apps zur Kindersicherung mit 20 aus dem Google Play Store verglichen und dabei Datenschutzrichtlinien, Android-Package-Kit-Dateien (die zum Verteilen und Installieren von Android-Apps verwendet werden), Anwendungsverhalten, Netzwerkverkehr und Funktionen untersucht, so die an der Studie beteiligte FH St. Pölten.Das Team stellte fest, dass sideloaded Apps ihre Präsenz vor den Telefonbenutzern eher verbergen – eine Vorgehensweise, die bei offiziellen Store-Apps verboten ist. Sie erforderten auch übermäßige Berechtigungen. Das sind Regeln, die festlegen, worauf Apps auf dem Telefon zugreifen können, darunter „gefährliche“ Berechtigungen wie den jederzeitigen Zugriff auf persönliche Daten, wie zum Beispiel den genauen Standort. Darüber hinaus übertrugen drei sideloaded Apps vertrauliche Daten unverschlüsselt, die Hälfte hatte keine Datenschutzrichtlinie und acht von 20 Apps wurden als potenzielle Stalkerware identifiziert, so weitere Ergebnisse.
Schmaler Steig zwischen Schutz und Überwachung
„Apps zur Kindersicherung sind ein beliebtes Mittel, um die Sicherheit von Kindern online und persönlich zu gewährleisten, und können nützliche Werkzeuge für Eltern sein, um die Gefahren zu meistern, denen Kinder in der heutigen Welt ausgesetzt sind. Aber die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass viele sideloaded Apps ernsthafte Probleme in Bezug auf Datenschutz, Zustimmung und sogar Sicherheit haben“, sagt Leonie Tanczer, leitende Autorin der Studie von der UCL.„Wenn eine App beispielsweise versucht, ihre Präsenz auf dem Gerät zu verbergen, ist das nichts anderes als Stalkerware. Sobald man beginnt, die Sicherheitsvorkehrungen zu entfernen, die offizielle Store-Apps haben müssen, ist es ein schmaler Grat zwischen legitimer Nutzung und unethischer Überwachung oder in extremen Fällen häuslicher Gewalt“, erläutert Tanczer.
Heimliche Screenshots und Abhören von Anrufen
Die Forscher*innen beobachteten aber noch andere besorgniserregende Verhaltensweisen von sideloaded Apps zur Kindersicherung, die ihrer Meinung nach für Apps, die als Kindersicherheitstools vermarktet werden, ungeeignet sind. Beispielsweise enthielten die Apps Funktionen zum Abfangen von Nachrichten von Dating-Apps wie Tinder.Viele sideloaded Apps enthielten auch die Möglichkeit, Screenshots aus der Ferne zu machen, Anrufprotokolle anzuzeigen, Nachrichten zu lesen und sogar Anrufe abzuhören. Eine weitere Erkenntnis war, dass Entwickler aufgrund einer Gegenreaktion auf Apps, die beispielsweise zum Erwischen untreuer Ehepartnern vermarktet werden, stattdessen dazu übergegangen sind, Apps als Tools zur Kindersicherung zu vermarkten.
Fehlende Einwilligung der Kinder
„Das Hauptproblem bei der umfangreichen Funktionalität dieser inoffiziellen Apps ist die Einwilligung. Wenn Eltern eine offene, transparente Beziehung zu ihrem Kind haben, sollten sie diese Apps nicht auf dem Telefon ihres Kindes verstecken oder auf so viele private Informationen zugreifen müssen“, sagt Eva-Maria Maier, Erstautorin der Studie, vom Studiengang IT Security an der FH St. Pölten. Maier weiter : „Das wirft ernsthafte Fragen darüber auf, ob Kinder wissen, wie sie verfolgt werden und wie sich dies auf ihre Privatsphäre und Rechte auswirkt. Auch wenn Eltern glauben, dass ihnen das Wohl ihres Kindes am Herzen liegt, birgt das Sammeln so vieler persönlicher Informationen Risiken, da es häufig zu Massendatenlecks kommt.“Es gibt aber noch andere Risiken. Im Jahr 2015 wurde der Entwickler der mSpy-App gehackt und zehntausende Kundendatensätze wurden online geleakt, darunter auch die persönlichen Daten von Kindern. Im Jahr 2024 wurden Kundendienstunterlagen von mSpy online geleakt, was Aufschluss darüber gab, wie Kunden die Apps nutzten, darunter das Ausspionieren von Partnern, die des Fremdgehens verdächtigt wurden. mSpy ist eine sideloaded App und wird derzeit als Überwachungssoftware für Eltern vermarktet.
Die Rechte von Kindern
„Die Rechte von Kindern sind von Land zu Land unterschiedlich, aber in der Europäischen Union müssen Kinder unter 16 Jahren nicht ihre Zustimmung geben, wenn ein Elternteil eine Kindersicherungs-App auf ihrem Gerät installiert. Obwohl Kinder über 16 Jahren ihre Zustimmung geben müssen, sind es in Wirklichkeit oft die Eltern, die Geräte und Apps kaufen und einrichten. Daher vermute ich, dass die Zustimmung nicht immer erteilt wird“, erklärt Lukas Daniel Klausner, Forscher am Institut für IT-Sicherheitsforschung der FH St. Pölten.„Diese Situation bedeutet auch, dass Kinder häufig keinen Zugriff auf ihre von Überwachungs-Apps gesammelten Daten und keine Autonomie darüber haben. Diese Apps und viele Aspekte der Online-Kultur sind relativ neu – es sind keine Probleme, mit denen sich Eltern vor einer Generation herumschlagen mussten. Ich denke, es besteht dringender Bedarf an einer öffentlichen Diskussion über die Verfügbarkeit dieser Apps, wie sie verwendet werden und wie sie aus ethischer Sicht verwendet werden sollten“, betont Klausner von der FH St. Pölten.
Erfolgsfaktor Frischekosmetik und Frau

Beim Unternehmen Ringana stehen Frauen nicht nur am Weltfrauentag im Mittelpunkt. Mit 72 Prozent Frauenanteil zählt die Firma auch branchenübergreifend zu den Vorreitern. Innovationskraft, Führungsstärke und Engagement sind dabei zentrale Erfolgsfaktoren.
Anlässlich des Internationalen Weltfrauentages stellt das Unternehmen Ringana die Frauen gesondert in den Mittelpunkt. Mit einem Frauenanteil von 72 Prozent gehört der Händler für Frischekosmetik auch branchenübergreifend zu den Vorreitern. Diese Zahl spiegelt nicht nur die Unternehmenskultur wider, sondern zeigt auch die Wertschätzung für Potenziale und Perspektiven von Frauen.
Die Sichtweise zum Thema Gleichberechtigung wird auch bei einem Blick auf die Führungsebene deutlich, wo Angaben zufolge 58 Prozent mit Frauen besetzt sind. Expertise und Leidenschaft als Erfolgsfaktoren auch für die strategischen Entscheidungen steht hier im Fokus. Auch in der F&E‑Abteilung, ein traditionell eher männerdominierter Bereich, setzt Ringana auf die Kompetenz von Frauen. Der gesamte Frauenanteil liegt auch hier bei hohen 77 Prozent.
Frauen in Führungspositionen und in Forschung & Entwicklung
Ein Blick auf die ansonst vielerorts üblichen klassischen Rollenmuster zeigt bei Ringana ebenso ein anderes Ergebnis. So sind etwa Frauen in untypischen Berufen wie Staplerfahrerinnen, in der IT oder in der Produktion ein selbstverständlicher Teil des Teams und diese Diversität in den Berufsprofilen soll das Unternehmen nicht nur vielseitiger, sondern auch stärker machen.Fehlt noch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, wo bei Ringana sowohl Frauen als auch Männer die Chance auf Karenz wahrnehmen.
„Bei Ringana verstehen wir Gleichstellung nicht nur als gesellschaftliche Verantwortung, sondern als entscheidenden Erfolgsfaktor. Die Vielfalt und der Einsatz unserer Mitarbeiter:innen sind der Grundstein für unsere Innovationskraft und unseren Erfolg“, sagt Andreas Wilfinger, CEO von Ringana.Die Gehirn-Vorsorge immer im Kopf

Internationale Woche des Gehirns an der Med Uni Innsbruck. Vom 10. bis 14. März erwartet BesucherInnen gewohnt hochkarätiges Vortragsprogramm. Heuer stehen von Ernährung über Bewegung bis Meditation im Fokus.
Hörminderung und schlechtes Sehen sind Risikofaktoren für eine Demenzerkrankung. Wichtig ist, dass dass vermeidbare Risikofaktoren sind. Eine Hörgerätanpassung und augenärztliche Versorgung können helfen, geistig aktiv am sozialen Leben teilzunehmen. Neben diesen Beispielen gibt es viele Schrauben, an denen jede und jeder selber drehen kann, um möglichst lange fit und flexibel im Gehirn zu bleiben. Freundschaften pflegen, auf eine gesunde Ernährung achten und körperlich aktiv bleiben, gehören auch dazu.
Verständlich und spannend aufbereitete Vorträge
„Die internationale Forschungscommunity im Bereich der Neurowissenschaften hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht und wir gewinnen immer bessere Einblicke in das Gehirn und seine Funktionen“, sagt Christine Bandtlow, Vizerektorin für Forschung und Internationales. „Wir erhalten Erkenntnis darüber, was die Schaltzentrale in unserem Kopf gesund hält und was sie krank macht und wie das Gehirn altert. Daraus können wir laufend neue, wirkungsvolle Maßnahmen zur Prävention von Gehirnerkrankungen ableiten“, betont Bandtlow.Die Neurowissenschafterin hat die beliebte Vortragsreihe im Rahmen der internationalen „Brain Awareness Week“ in Innsbruck vor vielen Jahren initiiert, und zu der lädt die Medizinische Universität Innsbruck heuer mit Schwerpunkt auf die Vorbeugung von Gehirnerkrankungen wieder ein.
Neurowissenschaften, Sportmedizin, Diabetologie oder Mentaltraining
In fünf verständlichen und spannend aufbereiteten Vorträgen sprechen Expert:innen der Med Uni Innsbruck über ihre Forschung und den aktuellen Wissensstand aus der Perspektive ihrer jeweiligen Fachbereiche und dazu gehören Neurowissenschaften, Psychiatrie, Sportmedizin, Diabetologie und Endokrinologie, Psychotherapie und Mentaltraining. Im Anschluss an die Vorträge ist das Publikum im Hörsaal und im Live-Chat eingeladen, Fragen zu stellen.Das informative Vortragsprogramm soll interessierte Laien und Schulklassen ansprechen. Die Vorträge finden von Montag bis Freitag immer ab 18:30 Uhr im Großen Hörsaal (Audimax) der Medizinischen Universität Innsbruck, Fritz-Pregl-Straße 3, 6020 Innsbruck statt. Der Eintritt ist frei, der Zugang barrierefrei, so die Med Uni Innsbruck in einer Aussendung. Und alle Infos zu Programm und Link zum Livestream unter der folgenden Webadresse bzw. Link.
Der Speckgürtel nimmt zu und die Peripherie verliert

Die Einwohneranzahl der an Wien grenzenden Gemeinden in Niederösterreich steigt in den letzten Jahren stark. Weiter weg liegende Gebiete verlieren hingegen. Ein Beispiel für den Zuwachs ist etwa die Region um Bruck/Leitha, eines für die Reduktion das Waldviertel.
Jene Bezirke in Niederösterreich, die im Speckgürtel um die Bundeshauptstadt Wien liegen, haben in den letzten zehn Jahren zum Teil deutlich an Einwohnern hinzugewonnen. Solche Regionen hingegen, die fernab der Ballungsräume liegen, schrumpfen.
Im Waldviertel war der Bevölkerungsrückgang sogar flächendeckend. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Statistik Austria über die Bevölkerungsentwicklung Niederösterreichs in den Jahren 2014 bis 2024 und einer Analyse des NOe-Wirtschaftspressedienstes hervor.
Bruck an der Leitha und Baden und Mödling und Purkersdorf
Die führende „Boom-Region“ in Niederösterreich ist der Bezirk Bruck/Leitha. Dort ist die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren um fast 14.000 Personen auf 110.000 Einwohner gewachsen. Stark zugelegt hat die Einwohnerzahl auch in den Bezirken Baden von plus 8.500 auf 150.200. Danach folgt Mödling (plus 4.700 auf 121.600), der Bezirk Gänserndorf (plus 10.800 auf 109.400), die Regionen Purkersdorf und Wienerwald im Bezirk St. Pölten-Land (plus 7.300 auf 134.800) sowie die Bezirke Tulln (plus 10.400 auf 109.800) und Korneuburg (plus 6.600 auf 94.100).Der Zuwachs betrifft auch Niederösterreichs große Städte. In Wiener Neustadt etwas ist die Bevölkerungszahl in den letzten zehn Jahren um 6.200 auf 49.200 nach oben geschnellt. Die Landeshauptstadt St. Pölten ist um 7.000 Einwohner größer geworden und hält jetzt bei fast 60.000 Bewohnern. In der Wachau-Metropole Krems wohnen jetzt 25.500 Personen – um 1.500 mehr als Ende 2014.
Zwettl und Waidhofen an der Thaya und Horn und Gmünd und Lilienfeld
Vergleichsweise düsterer fallen die Ergebnisse der Statistik Austria für die peripheren Regionen aus und ein Grund dafür ist ein zu geringes Angebot an Arbeitsplätzen. Umfangreichere Bevölkerungsrückgänge mussten die Waldviertler Bezirke Zwettl (minus 1.400 Personen auf 41.500), Waidhofen/Thaya (minus 1.000 auf 25.300) und Horn (minus 400 auf 30.900) hinnehmen.Am höchsten war das Minus um 1.800 auf 35.500 Einwohner im Bezirk Gmünd. Auch in Lilienfeld im Alpenvorland hat die Einwohnerzahl zwischen 2014 und 2024 um 900 auf 25.100 abgenommen, so Zahlen und Analysen von Statistik Austria und NOe-Wirtschaftspressedienst.
Ambivalenz beim Verdienst von Frauen und Männern

Männer sehen weiter kein Problem beim Gender Pay Gap. Frauen fordern dringend Aufklärung über geringere Entlohnung. Junge Generation lebt vergleichsweise Transparenz, so aktuelle Studie von PwC.
44 Tage unbezahlte Arbeit – das ist die ernüchternde Bilanz für Österreichs Frauen zu Jahresbeginn 2025. Der Equal Pay Day am 13. Februar markiert heuer wieder den Zeitpunkt, bis zu dem Frauen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen „gratis“ arbeiten. Die aktuelle Studie „Gehaltsfairness“ von PwC Österreich beleuchtet nun einmal mehr diese Ungleichheit. Diese repräsentative Befragung unter 1.000 Österreicher:innen zeigt den dringenden Aufklärung und wie gespalten die Meinungen zum Gender Pay Gap sind.
„Während Frauen überwiegend das Problem sehen, begegnen Männer der Debatte oft mit Skepsis. Daher ist faktenbasierte Aufklärung essenziell, um eine sachliche und zielführende Diskussion über Gehaltsfairness zu ermöglichen und Verbesserungen in der heimischen Wirtschaft voranzutreiben“, betont Johanna Schaller, Expertin zum Thema Workforce bei PwC Österreich.
Ein geteiltes Bild der Gehaltsschere
Die Gleichstellung bei Löhnen und Gehältern passiert zu langsam. Das Gefühl teilen fast 70 Prozent der Österreicher:innen. Drei Viertel kritisieren dabei auch, dass es zu wenig Aufklärung darüber gibt, warum Frauen im Durchschnitt weniger verdienen als Männer. Deutlich gespaltener ist die Meinung allerdings, ob der Gender Pay Gap wirklich ein ernsthaftes Problem für unsere Gesellschaft darstellt.Vor allem Männer zeigen sich skeptisch, indem nur 50 Prozent von ihnen die ungleiche Bezahlung als problematisch einstufen — im Gegensatz zu 66 Prozent der Frauen. Und 52 Prozent der Männer sehen in der Medienberichterstattung eine Übertreibung des Themas, im Vergleich zu 28 Prozent der Frauen. Fast jeder zehnte Mann gibt zudem an, der Gender Pay Gap existiere überhaupt nicht.
Mehr Gehaltstransparenz von Unternehmen
Mehr als ein Viertel der Österreicher:innen macht dann noch Frauen selbst für die ungleiche Bezahlung verantwortlich – direse würden ihre Gehaltsvorstellungen zu zaghaft kommunizieren. Gleichzeitig empfinden drei von vier Männern (75 Prozent) ihr eigenes Gehalt als leistungsgerecht, während nur zwei von drei Frauen (67 Prozent) diese Meinung teilen.Obwohl Frauen offener über ihr Einkommen sprechen als Männer, haben sie weniger Einblick in die tatsächlichen Gehälter. Dieses Informationsdefizit verstärkt das Gefühl der Ungerechtigkeit. 59 Prozent der Frauen und 47 Prozent der Männer sind überzeugt, dass Männer in ihrer Branche besser bezahlt werden. Final erwarten 54 Prozent der Befragten von Unternehmen mehr Transparenz bei Gehältern.
Generation Z bricht Tabuthema Gehalt
Die Generation Z wiederum schreibt ihre eigenen Regeln. 69 Prozent von ihnen sprechen offen über eigene Gehälter und damit schaffen sie auch neue Standards für mehr Transparenz am Arbeitsplatz. „Das ist der richtige Weg, denn nur wer die Gehälter kennt, kann auch faire Bezahlung einfordern. Während die Politik bereits an der Umsetzung der gültigen EU-Regularien in nationales Recht arbeitet, müssen auch die Unternehmen durch transparente Gehaltsstrukturen und Gleichstellungsmaßnahmen aktiv gegensteuern“, so Schaller.Trotz bestehender Skepsis zeigt sich eine wachsende Offenheit für Lohngerechtigkeit in der Arbeitswelt. Knapp jede:r Vierte wäre bereit, auf einen Teil des eigenen Gehalts zu verzichten, wenn dadurch mehr Gehaltsfairness in Unternehmen erreicht wird. Dazu sind Männer (27 Prozent) eher bereit als Frauen (21). Vor allem die junge Generation der 14 – 19-Jährigen geht hier mit gutem Beispiel voran. Drei Viertel von ihnen würden für mehr Fairness auf einen Teil ihres Gehalts verzichten.
Viel zu wenig neuer Wohnraum in Europa

Der Wohnungsneubau in Europa befindet sich auf einem absoluten Tiefpunkt. Experten erwarten auch in naher Zukunft keine Verbesserung. Einziger Lichtblick sind die Länder Skandinaviens.
Die Zahl der in Europa fertiggestellten Wohnungen befindet sich 2025 auf dem tiefsten Stand seit 2015. Prognosen sagen nur 1,5 Millionen neue Einheiten voraus und damit um 5,5 Prozent weniger als 2024. Für 2026 wird ein kleiner Anstieg um drei Prozent erwartet. Die negative Entwicklung hält auch in Deutschland an, wo für 2026 im ungünstigsten Fall nur noch 175.000 neue Wohnungen entstehen, um 15 Prozent weniger als davor.
Hohe Baukosten und Fachkräftemangel verhindern rasche Marktbelebung
Diese Prognosen wurden von Experten von Euroconstruct erstellt, einer Art ThinkTank für die Baubranche, dem etwa auch das deutsche ifo Institut angehört. „In Deutschland verhindern derzeit vor allem die hohen Baukosten eine rasche Marktbelebung. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Bevölkerung findet der Wohnungsneubau im europäischen Ausland erst langsam wieder Tritt“, sagt Ludwig Dorffmeister, Experte für die Baubranche beim ifo-Institut. Positive Signale kommen einzig aus dem Norden Europas. „In den nordischen Ländern erholen sich die Märkte nach dem vorangegangenen Einbruch wieder kräftig“, so Dorffmeister. In Schweden weisen die Zahlen ein Plus von 12 Prozent aus und das bereits für das heurige Jahr. Im Jahr 2026 sollen auch in Dänemark (plus 28 Prozent), in Finnland (plus 23 Prozent) und in Norwegen (plus 13 Prozent) die Fertigstellungen steigen. Ähnlich ist die Entwicklung in Polen (plus 10 Prozent).Für Österreich werden minus neun Prozent vorhergesagt
Für Österreich wird ein Wert von minus 9 Prozent vorhergesagt, für Frankreich und Italien minus 3 Prozent. Damit soll auch 2026 die Zahl der errichteten Wohnungen gegenüber 2025 sinken. Ein Wachstum wird vergleichsweise für den europäischen Tiefbau prognostiziert. Er profitiert von umfangreichen öffentlichen Investitionen und langfristigen Infrastrukturprojekten, wie etwa dem Ausbau von Verkehrs- und Energieinfrastruktur. Diese Dynamik dürfte allerdings bis 2027 nachlassen.„Der Tiefbau in Europa könnte nach elf Jahren Wachstums bald seinen Höhepunkt erreichen“, erläutert Dorffmeister. Dieses Wachstum soll bis 2027 auf 1,5 Prozent sinken. Im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2024 waren es 2,5 Prozent. Zwar besteht in sämtlichen Ländern ein erheblicher Bedarf an Ausbau der Infrastruktur. Doch zwingt die angespannte Finanzlage öffentlicher Kassen zu allgemeinen Sparmaßnahmen. Dazu kommt der zunehmende Arbeitskräftemangel, dieser hemmt den Tiefbau ebenso wie die gestiegenen Baukosten, so die Experten.