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Zukunfts­wei­sen­de Avant­gar­de ver­sus popu­lä­rer Mainstream 

Neue Initia­ti­ve „KI ?/& KUNST“ för­dert Dia­log über viel­fäl­ti­ge Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen KI und mensch­li­cher Krea­ti­vi­tät. Auf­takt im Tull­ner Haus der Digi­ta­li­sie­rung beleuch­tet aktu­el­le Entwicklungen.

Künst­li­che Intel­li­genz (KI) ist spä­tes­tens seit der Ver­füg­bar­keit von ChatGPT omni­prä­sent und beein­flusst gesell­schaft­li­che Ent­wick­lun­gen von den Berei­chen Bil­dung, Wis­sen­schaft und Jour­na­lis­mus über die Wirt­schaft bis hin zu poli­ti­scher Kom­mu­ni­ka­ti­on und Kul­tur- und Krea­tiv­wirt­schaft. Die neue Initia­ti­ve „KI ?/& KUNST“ will nun den Dia­log über die viel­fäl­ti­gen Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen (künst­li­cher) Intel­li­genz und (mensch­li­cher) Krea­ti­vi­tät fördern. 

Beim Auf­takt im Haus der Digi­ta­li­sie­rung in Tulln wur­den unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven beleuch­tet und aktu­el­le Mög­lich­kei­ten auf Pro­ble­me zu reagie­ren und dabei zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen abzu­bil­den. „Die Anzahl an Bera­tungs- und Schu­lungs­mög­lich­kei­ten zu viel­fäl­ti­gen Anwen­dungs­ge­bie­ten von (gene­ra­ti­ver) künst­li­cher Intel­li­genz neh­men zwar in gro­ßem Aus­maß zu, der Dis­kurs dar­über wird aber häu­fig ober­fläch­lich und stark pola­ri­sie­rend geführt“, sagt Sibyl­le Moser, Lei­te­rin des E³U­DRES² Cen­ter for Cul­tu­re und Crea­ti­vi­ty an der FH St. Pölten.

Vie­le Mög­lich­kei­ten und war­nen­de Stimmen
Beson­ders in der Kunst wirft der Sie­ges­zug von KI-Sys­te­men die Fra­ge nach dem Stel­len­wert von Krea­ti­vi­tät, Eigen­sinn und Unbe­re­chen­bar­keit in der mensch­li­chen Kom­mu­ni­ka­ti­on auf. Wäh­rend man­che die zahl­rei­chen neu­en Mög­lich­kei­ten für künst­le­risch-krea­ti­ve Pro­zes­se durch künst­li­che Intel­li­genz beto­nen, war­nen ande­re vor einer voll­stän­di­gen Ver­drän­gung von kri­tisch-reflek­tie­ren­der Kunst durch ober­fläch­li­che Unter­hal­tung, vom Ver­schwin­den zukunfts­wei­sen­der Avantgarde(n) im wei­ter­wach­sen­den popu­lä­ren Mainstream. 

„Kunst wur­de und wird in vie­ler Hin­sicht immer auch als ein Seis­mo­graf für rele­van­te Ent­wick­lun­gen und bevor­ste­hen­de (radi­ka­le) Ver­än­de­run­gen in Gesell­schaft und Umwelt ver­stan­den. Dabei wur­de seit jeher ver­sucht, Gren­zen mensch­li­cher Wahr­neh­mung, Vor­stel­lungs­kraft und Gestal­tungs­mög­lich­kei­ten durch in der jewei­li­gen Zeit neue Werk­zeu­ge und neue Medi­en zu erwei­tern“, sagt Han­nes Raf­fa­se­der, Geschäfts­füh­rer der FH St. Pöl­ten. “In unse­rem digi­ta­len Zeit­al­ter sind aber das hohe Tem­po der Ent­wick­lun­gen und auch die gro­ße Dimen­si­on der poten­zi­el­len Ver­än­de­run­gen neu“, betont Raf­fa­se­der auch als Medi­en­künst­ler und Komponist.

KI und ver­rück­te Men­schen und der Dialog
Aktu­ell stell­te sich nun die Initia­ti­ve „KI ?/& KUNST“ im Haus der Digi­u­tal­sie­rung in Tulln mit einer Auf­takt­ver­an­stal­tung der Öffent­lich­keit vor. Am Pro­gramm stand ein Impuls­vor­trag von FH-Geschäfts­füh­rer Han­nes Raf­fa­se­der zum The­ma „Ver?Messen, Ver?Schwinden, Ver?Zweifeln. War­um künst­li­che Intel­li­genz ver-rück­te Men­schen braucht“. Sibyl­le Moser gab eine Ein­füh­rung zum The­ma „(Anti-) The­sen zu KI ?/& Kunst : Aus­gangs­punk­te und aktu­el­ler Stand des Dialogs“.

Den Abschluss bil­de­te eine Podi­ums­dis­kus­si­on mit Ste­pha­nie Meisl, Medi­en­künst­le­rin und stv. Vor­sit­zen­de des Crea­ti­ve Indus­tries Rats des Bun­des­mi­nis­te­ri­ums für Arbeit und Wirt­schaft, Vero­ni­ka Liebl, Fes­ti­val­di­rek­to­rin der Ars Elec­tro­ni­ca, Manue­la Wald­ner, Asso­cia­te Pro­fes­sor an der TU Wien, Chris­ti­an Hue­mer, Lei­ter des Bel­ve­de­re Rese­arch Cen­ter und Sep­po Gründ­ler, Vor­stands­mit­glied des IMA Insti­tut für Medienarchäologie.

Ein­la­dung für inter­es­sier­te Menschen
Höhe­punkt des Abends waren dann künst­le­ri­sche Inter­ven­tio­nen von der Tän­ze­rin Andrea Nagl und vom FH-For­scher und Medi­en­künst­ler Mar­kus Win­ters­ber­ge, die eine drei­tei­li­ge Per­for­mance zum The­ma „smART Data Bridge & gehe rück­wärts durch die Wand” boten. Die Ver­an­stal­tung wur­de von der Abtei­lung Kunst und Kul­tur des Lan­des Nie­der­ös­ter­reich geför­dert und in Koope­ra­ti­on mit dem Cen­ter for Cul­tu­re und Crea­ti­vi­ty der FH St. Pöl­ten, dem Digi­tal Inno­va­ti­on Hub Ost und dem Digi­tal Makers Hub organisiert. 

„Die Initia­ti­ve „KI ?/& KUNST“ lädt inter­es­sier­te Men­schen zum Dia­log über die viel­fäl­ti­gen Wech­sel­wir­kun­gen zwi­schen (künst­li­cher) Intel­li­genz und (mensch­li­cher) Krea­ti­vi­tät, um unter­schied­li­che Per­spek­ti­ven zu beleuch­ten, gemein­sam gestal­tend auf aktu­el­le Mög­lich­kei­ten und Pro­ble­me zu reagie­ren und auf die­se Wei­se mög­li­che zukünf­ti­ge Ent­wick­lun­gen zu anti­zi­pie­ren“, so die FH St. Pöl­ten in einer Aus­sendung. Wei­te­re Ver­an­stal­tun­gen wer­den folgen. 

red/czaak
14.11.2024

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