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Prä­ven­ti­on und Schutz vor rasant zuneh­men­den Deepfakes

SPRIND als deut­sche Agen­tur für Sprung­in­no­va­ti­on hat Anfang Okto­ber eine Pro­gramm­li­nie gestar­tet und nun aus den Ein­rei­chun­gen die Teams für die geför­der­te Pro­jekt­um­set­zung aus­ge­wählt. Im Fokus ste­hen Schutz und Prä­ven­ti­on vor Deepfakes. 

Die rasan­te Digi­ta­li­sie­rung der letz­ten Zeit bringt fas­zi­nie­ren­de wie auch beun­ru­hi­gen­de Mög­lich­kei­ten mit sich. Ein Bereich für den dies ganz geson­dert gilt, sind künst­lich-tech­no­lo­gisch gene­rier­te Inhal­te und soge­nann­te Deepf­akes. Das sind KI-gene­rier­te Audio‑, Bild- und Video­in­hal­te und sie sind mitt­ler­wei­le so rea­lis­tisch, dass sie von ech­ten Auf­nah­men kaum zu unter­schei­den sein.

Deepf­akes kön­nen Ver­trau­en, Sicher­heit und Wahr­neh­mung von Rea­li­tät gefährden
Durch die ver­stärk­te Leis­tungs­fä­hig­keit von Sys­te­men und den neu­en (gene­ra­ti­ven) Sprach­mo­del­len basie­rend auf künst­li­cher Intel­li­genz (KI) und maschi­nel­lem Ler­nen (ML) ver­bes­sert sich nicht nur die Quan­ti­tät, son­dern auch die Qua­li­tät die­ser Deepf­akes. Die­se Ent­wick­lung birgt Gefah­ren, sie kann Ver­trau­en, Sicher­heit und die Wahr­neh­mung von Rea­li­tät in unse­rer Gesell­schaft mas­siv beeinträchtigen.

Die Bekämp­fung von Deepf­akes kon­zen­triert sich aktu­ell ins­be­son­de­re auf die Erken­nung und dafür wer­den (wie­der­um) KI-Algo­rith­men ent­wi­ckelt, etwa zur Iden­ti­fi­zie­rung. Ein zwei­ter Bereich ist das The­ma Prä­ven­ti­on mit der Imple­men­tie­rung von Authen­ti­fi­zie­rungs­me­cha­nis­men für digi­ta­le Inhal­te. Trotz erheb­li­cher Fort­schrit­te hier blei­ben Her­aus­for­de­run­gen wie die Gene­ra­li­sier­bar­keit und Ska­lier­bar­keit von KI-Deepf­ake-Erken­nungs­sys­te­men und die Eta­blie­rung eines mani­pu­lie­rungs­res­tis­ten­ten Stan­dards für Bild-Metadaten.

Bis zu Euro 350.000,- für ers­te Pro­jekt­pha­se und danach noch­mals bis zu Euro 375.000,-
SPRIND, die deut­sche Agen­tur für Sprung­in­no­va­ti­on hat zu die­sem The­ma nun Anfang Okto­ber unter dem Titel „Fun­ke“ eine neue Pro­gramm­li­nie gestar­tet (eco­no­my berich­te­te). Gefor­dert ist die Ent­wick­lung eines umfas­sen­den Pro­to­typs, der reak­ti­ve Maß­nah­men zur Erken­nung und/​oder prä­ven­ti­ve Maß­nah­men zum Schutz vor Deepf­akes beinhal­tet, ins­be­son­de­re bei Bild­da­ten. Rele­vant ist zudem, dass die neue Anwen­dung ohne gro­ßen Auf­wand in bestehen­de digi­ta­le Infra­struk­tu­ren inte­griert wer­den kann ; Stich­wort Schnittstellen.

„Die neue Anwen­dung muss demons­trie­ren, wie Bild-Deepf­akes zuver­läs­sig erkannt und authen­ti­fi­ziert wer­den kön­nen. Das gesam­te Sys­tem kann KI-gestützt arbei­ten und sich kon­ti­nu­ier­lich an neue Deepf­ake-Tech­ni­ken anpas­sen kön­nen. Am Ende des Pro­zes­ses sol­len min­des­tens drei unter­schied­li­che Anwen­dungs­fäl­le (z.B. Social Media, Nach­rich­ten­por­ta­le, Video­kon­fe­renz­sys­te­me) abge­deckt wer­den. Ska­lier­bar­keit und Anpas­sungs­fä­hig­keit an ver­schie­de­ne digi­ta­le Platt­for­men soll­ten mög­lich sein“, so SPRIND zu den Ausschreibungskriterien.

Die aktu­ell nomi­nier­ten Projekte
In der ers­ten Stu­fe wer­den die Pro­jek­te mit dem Betrag von bis zu 350.000,- pro Team unter­stützt, in der zwei­ten Pha­se des „Fun­ken“ kön­nen nach einer noch­ma­li­gen Eva­lu­ie­rung und Prü­fung durch eine Fach­ju­ry noch­mals bis zu 375.000,- pro Pro­jekt dazu kom­men. Aktu­ell wur­den nun aus 50 Ein­rei­chun­gen 12 Teams aus­ge­wählt. Die Teams stam­men aus For­schungs­ein­rich­tun­gen, Hoch­schu­len und Start-Ups aus Frank­reich, Deutsch­land und Slowenien.

Die nun nomi­nier­ten Pro­jek­te sind „Mul­ti-Modal Deepf­ake Detec­tion“, „ImVe­rif“, „Veri­True“ (FAU/​secunet solu­ti­on), „ReaL­Guard“, „Con­tent­Trans­pa­ren­cy­Ar­chi­ve“ (Veri­fia­ble Meta­da­ta), „AI Robo­tic“, “Neu­r­af­or­ge“, „Valid – Trus­ted Infor­ma­ti­on“, “Cine­ma­tic Con­text Awa­re AI Image Detec­tion”, “Deep Shield – The Dis­rup­ti­ve Pre­ven­ter”, “Deep­FO­CAS” und schließ­lich “Cly­ra Visi­on”. Die genaue Beschrei­bung der alle­samt über­aus span­nen­den Pro­jek­te sind auf der Web­site von SPRIND angeführt.

red/czaak
19.11.2024

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