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Büro­kra­tie der Ver­wal­tung hemmt kom­mu­na­le Investitionen

In Deutsch­land ver­hin­de­re die Büro­kra­tie wich­ti­ge kom­mu­na­le Inves­ti­tio­nen, so das Münch­ner ifo-Insti­tut. Die Exper­ten spre­chen sich für eine Reform bei der Ver­ga­be von staat­li­chen För­der­mit­telns aus.

Die Büro­kra­tie in der Ver­wal­tungs­struk­tur von Bund und Län­dern hemmt grund­sätz­lich nöti­ge Inves­ti­tio­nen in und von Gemein­den und Kom­mu­nen. Die Exper­ten des ifo Insti­tuts in Mün­chen spre­chen sich nun für die Reform der Ver­ga­be von staat­li­chen För­der­mit­teln an die Kom­mu­nen aus. „Kom­ple­xe büro­kra­ti­sche Anfor­de­run­gen stel­len ins­be­son­de­re klei­ne Kom­mu­nen oft­mals vor gro­ße Pro­ble­me“, sagt Sarah Necker, Lei­te­rin des ifo Zen­trums für Sozia­le Markt­wirt­schaft in Fürth. 

Regel­mä­ßi­ge Pau­schal­zah­lun­gen an die Kommunen
Und : „Die­se Kom­ple­xi­tät zieht sich durch den gan­zen För­der­mit­tel­pro­zess, von der Infor­ma­ti­ons­su­che, über den hohen Zeit­auf­wand für die Bean­tra­gung bis hin zu den Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten wäh­rend und nach der För­der­mit­tel­lauf­zeit. Es wäre sinn­vol­ler, För­der­pro­gram­me ver­mehrt durch regel­mä­ßi­ge Pau­schal­zah­lun­gen an die Kom­mu­nen zu erset­zen“, prä­zi­siert Necker.

In Deutsch­land tra­gen Kom­mu­nen über 70 Pro­zent der öffent­li­chen Inves­ti­tio­nen. Sie stel­len die Daseins­vor­sor­ge sicher und spie­len auch eine wich­ti­ge Rol­le bei der grü­nen Trans­for­ma­ti­on. Da die Eigen­mit­tel oft nicht aus­rei­chen, sind Kom­mu­nen zur Finan­zie­rung ihrer Inves­ti­tio­nen ent­spre­chend auch auf Zuschüs­se und Zuwei­sun­gen von Bund und Län­dern angewiesen. 

Ein Vier­tel der Kom­mu­nen ver­zich­tet not­ge­drun­gen auf Projekte
„Die Kom­ple­xi­tät der För­der­mit­tel­ver­ga­be führt oft auch dazu, dass Mit­tel von den Kom­mu­nen nicht abge­ru­fen wer­den. Aktu­el­le Stu­di­en zei­gen, dass rund ein Vier­tel der Kom­mu­nen auf Pro­jek­te ver­zich­tet, da die För­der­mit­tel­pro­zes­se zu kom­plex und auf­wän­dig sind“, erläu­tert Sebas­ti­an Bles­se, von der Uni­ver­si­tät Leip­zig. Die Bean­tra­gung der För­der­mit­tel sei in der Regel mit hohem Per­so­nal­ein­satz ver­bun­den – und dies sei in Zei­ten von Arbeits­kräf­te­knapp­heit ein inef­fi­zi­en­ter Ein­satz von Ressourcen.

Sofern die Umwand­lung von För­der­mit­teln in Pau­schal­zah­lun­gen (poli­tisch) nicht mög­lich ist, emp­feh­len die Exper­tIn­nen, die För­der­mit­tel­pro­zes­se zu refor­mie­ren, um die Büro­kra­tie und den Per­so­nal­auf­wand für die Kom­mu­nen zu ver­rin­gern. „Ein­heit­li­che und trans­pa­ren­te Infor­ma­ti­ons­ka­nä­le sowie Infor­ma­ti­ons­an­ge­bo­te wie För­der­lot­sen (z.B. ein­ge­setzt in Hessen/​D) kön­nen die Arbeit der Kom­mu­nen erleich­tern. Maß­nah­men wie ver­ein­fach­te Nach­wei­se und Prüf­ver­fah­ren könn­ten büro­kra­ti­sche Hür­den wesent­lich redu­zie­ren“, sagt Bles­se von der Uni­ver­si­tät Leipzig.

red/cc
25.11.2024

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