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Che­mi­ka­li­en noch prä­zi­ser aufspüren

Kleins­te Ver­un­rei­ni­gun­gen kön­nen gro­ße Aus­wir­kun­gen haben. Infra­rot-Spek­tro­sko­pie kann win­zi­ge Spu­ren unter­schied­li­cher Stof­fe nach­wei­sen. Neu­es Chris­ti­an Dopp­ler-Labor an TU Wien soll die­se Tech­ni­ken nun wei­ter entwickeln. 

Bereits aller­kleins­te Ver­un­rei­ni­gun­gen kön­nen gro­ße Aus­wir­kun­gen nach sich zie­hen. Das gilt etwa in der Arz­nei­mit­tel­pro­duk­ti­on oder auch bei der Suche nach Umwelt­schad­stof­fen. Eine extrem leis­tungs­fä­hi­ge Tech­nik, mit der man win­zi­ge Men­gen vie­ler ver­schie­de­ner Stof­fe nach­wei­sen kann, ist die Infrarotspektroskopie. 

Die TU Wien will die­se Tech­no­lo­gien nun deut­lich erwei­tern und eröff­net dazu ein neu­es Chris­ti­an Dopp­ler Labor (CD-Labor). Ange­wand­ter For­schungs­schwer­punkt ist die Ent­wick­lung von hoch­mo­der­nen Infra­rot-Quel­len für bes­se­re Mess­tech­ni­ken und Daten­aus­wer­tungs-Metho­den. Wirt­schafts­part­ner beim neu­en Labor sind Bax­al­ta Innovations/​Takeda, Era­ly­tics und DRS Day­light Solu­ti­ons und dazu wie gewohnt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Arbeit und Wirt­schaft (BMAW).

Hoch­mo­der­ne Infra­rot-Quel­len für bes­se­re Messtechniken
„Vie­le medi­zi­ni­sche Pro­duk­te sind zuneh­mend auf kom­ple­xe Bio­mo­le­kü­le ange­wie­sen. Die in die­sem neu­en CD-Labor erforsch­ten neu­en Mess­an­sät­ze basie­ren auf Infra­rot-Laser­spek­tro­sko­pie und ermög­li­chen die Echt­zeit­über­wa­chung der zugrun­de­lie­gen­den Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se“, erläu­tert Mar­tin Kocher, Bun­des­mi­nis­ter für Arbeit und Wirt­schaft. Auch für die kon­ven­tio­nel­le Che­mie, die Phar­ma­zie und das Trink­was­ser­ma­nage­ment sind die For­schungs­er­geb­nis­se rele­vant“, ergänzt Kocher.

„Mole­kü­le reagie­ren auf unter­schied­li­che Wei­se auf Infra­rot­strah­lung“, sagt Georg Ramer vom Insti­tut für Che­mi­sche Tech­no­lo­gien und Ana­ly­tik der TU Wien. „Sie kön­nen Infra­rot­strah­lung ganz bestimm­ter Wel­len­län­gen absor­bie­ren, ande­re Wel­len­län­gen hin­ge­gen nicht. Und umge­kehrt reagiert ein ande­res Mole­kül auf ande­re Infra­rot-Wel­len­län­gen. Unter­schied­li­che Mole­kü­le haben gewis­ser­ma­ßen einen unter­schied­li­chen Infra­rot-Fin­ger­ab­druck, und dar­an kön­nen wir sie unter­schei­den“, erklärt Ramer.

Indus­tri­el­le Anwen­dun­gen von Phar­ma bis Umwelttechnik 
Ope­ra­tiv muss eine Pro­be mit Infra­rot­strah­lung unter­schied­li­cher Wel­len­län­gen beleuch­tet wer­den, um sodann zu mes­sen, wel­che Wel­len­län­gen absor­biert wer­den und wel­che Wel­len­län­gen unge­hin­dert durch die Pro­be hin­durch­ge­lan­gen. Das ergibt eine hohe Prä­zi­si­on, ob sich eine gesuch­te Sub­stanz in der Pro­be befin­det oder nicht. „Rasch erge­ben sich wich­ti­ge Infor­ma­tio­nen – nicht nur über die Inhalts­stof­fe der Pro­be, son­dern auch wei­ter­füh­rend, etwa, wie bestimm­te Pro­te­ine gefal­tet sind. Und all das ist mög­lich, ohne die Pro­be zu beschä­di­gen“, so Ramer. Hilf­reich ist die­se hoch­prä­zi­se Tech­nik über­all dort, wo in der Indus­trie schnell Infor­ma­tio­nen über die che­mi­sche Zusam­men­set­zung einer Pro­be benö­tigt wer­den. Das gilt für die Phar­ma­in­dus­trie, um kon­ti­nu­ier­lich den kor­rek­ten Ablauf der Pro­duk­ti­on und die hohe Rein­heit des Pro­dukts zu über­prü­fen. Auch für die Umwelt­ana­ly­tik ist die Tech­ni­kopti­mal geeig­net, etwa für die Detek­ti­on win­zi­ger Spu­ren orga­ni­scher Ver­un­rei­ni­gun­gen im Was­ser, so die TU-Experten. 

red/czaak
24.02.2025

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