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Künst­li­che Intel­li­genz unter­stützt bei Darmkrebsvorsorge

KI bringt Exper­ti­se von Jung­ärz­ten auf Niveau von erfah­re­nen Mediziner:innen, so aktu­el­le Stu­die von Uni-Kli­nik St. Pöl­ten und Karl Land­stei­ner Uni Krems.

Darm­krebs gehört zu den häu­figs­ten Krebs­ar­ten in Euro­pa, er lässt sich aber durch recht­zei­ti­ge Vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen effek­tiv ver­hin­dern. Die soge­nann­te Kolo­sko­pie erlaubt es, poten­zi­ell gefähr­li­che Darm­po­ly­pen früh­zei­tig zu erken­nen und zu ent­fer­nen. Die Ein­schät­zung die­ser Poly­pen, ob harm­los oder bös­ar­tig, erfor­dert aller­dings gro­ße Erfah­rung. Die­se Art der Beur­tei­lung wird auch als „opti­sche Dia­gno­se“ bezeichnet. 

Siche­re und effi­zi­en­te und kos­ten­güns­ti­ge­re Darmkrebsvorsorge
Bis­lang galt, dass nur lang­jäh­rig erfah­re­ne Inter­nis­ten die­se Ein­schät­zung mit der nöti­gen Sicher­heit tref­fen kön­nen und genau hier setzt nun eine neue Stu­die der Kli­ni­schen Abtei­lung für Inne­re Medi­zin 2 des Uni­ver­si­täts­kli­ni­kums St. Pöl­ten an, zudem ein Lehr- und For­schungs­stand­ort der Karl Land­stei­ner Pri­vat­uni Krems (KL Krems). Unter­sucht wur­de die Qua­li­tät der soge­nann­ten „opti­schen Dia­gno­se“ durch Endo­sko­pie-Trai­nees, wenn die­se von einem bestimm­ten KI-Sys­tem (Anm. das soge­nann­te GI Geni­us®) unter­stützt werden.

Die Ergeb­nis­se zei­gen : Die dia­gnos­ti­sche Treff­si­cher­heit des medi­zi­ni­schen Nach­wuch­ses kann auf dem Niveau lang­jäh­rig erfah­re­ner Kol­le­gen lie­gen. Jun­ge Ärz­te kön­nen bei der Darm­spie­ge­lung also eben­so zuver­läs­sig harm­lo­se von gefähr­li­chen Darm­po­ly­pen unter­schei­den wie erfah­re­ne Spe­zia­lis­ten – vor­aus­ge­setzt, sie nut­zen Künst­li­che Intel­li­genz (KI). „Die Stu­di­en­ergeb­nis­se beto­nen nun das Poten­zi­al, die Darm­krebs­vor­sor­ge siche­rer, effi­zi­en­ter und kos­ten­güns­ti­ger zu machen und dabei auch die medi­zi­ni­sche Aus­bil­dung zu ver­bes­sern“, so die Karl Land­stei­ner Uni. 

Kol­le­ge Künst­li­che Intel­li­genz teil­wei­se bes­ser als Arzt­kol­le­ge Mensch
„Das Ergeb­nis ist eine sel­te­ne Win-Win-Situa­ti­on – für die Aus­bil­dung und für die Betrof­fe­nen“, betont Andre­as Mai­e­r­on, Fach­arzt für Gas­tro­en­te­ro­lo­gie und Hepa­to­lo­gie und Stu­di­en­lei­ter. Das ver­wen­de­te Sys­tem „GI Geni­us®“ ana­ly­siert wäh­rend der Kolo­sko­pie in Echt­zeit die auf­ge­nom­me­nen Bil­der und unter­stützt mit Hin­wei­sen zur Ein­schät­zung der Poly­pen­art. In der Stu­die wur­den 225 Per­so­nen von Nach­wuchs­ärz­ten unter­sucht, die dabei vom KI-Sys­tem unter­stützt wurden. 

Ihre Ein­schät­zun­gen wur­den danach mit den Ergeb­nis­sen der his­to­lo­gi­schen Unter­su­chung der ent­fern­ten Poly­pen sowie mit den Beur­tei­lun­gen erfah­re­ner Fach­kol­le­gen ohne KI-Unter­stüt­zung ver­gli­chen. Ergeb­nis : Bei klei­nen Poly­pen im End­darm (≤ 5 mm) lagen die Nach­wuchs­ärz­te in über 90 Pro­zent der Fäl­le rich­tig, wenn sie einen Poly­pen als harm­los ein­stuf­ten – und waren damit genau­so treff­si­cher wie erfah­re­ne Kol­le­gen. Auch das KI-Sys­tem allein erreich­te mit über 93 Pro­zent ein exzel­len­tes Ergebnis.

Stu­die aus Nie­der­ös­ter­reich hat auch gro­ße inter­na­tio­na­le Bedeutung
Das bedeu­tet, KI-gestütz­te Kolo­sko­pien kön­nen auch bei weni­ger erfah­re­nen Ärz­ten zu einer siche­ren und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Vor­sor­ge füh­ren. Harm­los ein­ge­schätz­te Poly­pen müs­sen unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen nicht ent­fernt wer­den. Das spart Risi­ken, Zeit und Kos­ten. Damit wird die Vor­sor­ge nicht nur effi­zi­en­ter, son­dern mög­li­cher­wei­se auch zugäng­li­cher. „Für Pati­en­ten heißt das : mehr Sicher­heit, weni­ger unnö­ti­ge Ein­grif­fe – und lang­fris­tig ein noch wirk­sa­me­rer Schutz vor Darm­krebs“, so die KL Krems. Die Stu­die wur­de von der KL Krems gemein­sam mit dem Uni­ver­si­täts­kli­ni­kum St. Pöl­ten rea­li­siert und vom Land Nie­der­ös­ter­reich unter­stützt. „Die Ver­öf­fent­li­chung im renom­mier­ten Ame­ri­can Jour­nal of Gas­tro­en­te­ro­lo­gy unter­streicht die inter­na­tio­na­le Bedeu­tung die­ser For­schungs­ak­ti­vi­tä­ten“, unter­strei­chen die Medi­zin­ex­per­ten aus Krems und St. Pölten. 

red/czaak
27.06.2025

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